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< Beitrag von Susanne Koerner

5 Fragen zum Homeoffice: Erfahrungen als Führungskraft

Wie funktioniert Führung in Zeiten von Homeoffice und wie ist es, als Abteilungsleiter seine Mitarbeiter nicht mehr jeden Tag „live“ zu erleben? Welche Eindrücke, Herausforderungen und Aha-Momente bringt das mit sich? Aus seiner Perspektive als Führungskraft im Homeoffice schildert Oliver Kretzschmar, was die größten Pros und Contras sind und wie er der neuen Situation begegnet. Mit Oliver sprach Susanne Körner aus dem Team Marketing & Business Development.

Welche Vorteile siehst du als Führungskraft im Homeoffice?

Oliver Kretzschmar - Portrait
Oliver Kretzschmar,
Abteilungsleiter Business Applications bei ORBIT

Oliver Kretzschmar: Ein ganz klarer Vorteil ist der Wegfall des Arbeitsweges, der bei mir täglich ca. 1,5 – 2 Stunden (Hin und Rückfahrt) ausmacht.

Dann: der Homeoffice-Flow! Durch die wenigen Ablenkungen im Homeoffice kommt es oft vor, dass ich voll in eine Aufgabe eintauche und wie in einem Tunnel bin. Ein sehr produktiver Zustand, wie ich finde, da ich mich voll auf die eine Aufgabe konzentrieren kann.

Die flexible Einteilung der Arbeit ist ein weiterer großer Vorteil. Ich musste in den letzten Monaten einige Behördengänge erledigen. Im Büro hätte ich die auf sehr früh morgens legen müssen, oder wenn das Amt halt auf hat. So konnte ich nun vormittags mal eben schnell dort hin und die Dinge erledigen. 


Was sind dagegen die größten Mankos am täglichen Homeoffice? Welche Nachteile siehst du?

Oliver: Hier steht für mich die soziale Isolation ganz oben auf der Liste, also die fehlenden persönlichen Gespräche mit den Kollegen. Klar, gibt es Teams, FaceTime und Co., aber das ist halt einfach nicht das Gleiche.


Pflegst du im Homeoffice bestimmte Routinen? Zeiten? Wie ist das im Vergleich zum Büroalltag?

Oliver: Für mich ist es wichtig, auch im Homeoffice eine gewisse Routine zu haben. Deshalb starte ich meinen Tag genau so, als würde ich ins Büro fahren, nur dass die Antwort auf die Frage „was ziehe ich heute an“ leichter fällt ;-).

Ich versuche, spätestens um 8:00 Uhr am PC zu sitzen, und gehe als erstes meine Aufgabenliste für den Tag durch. Seitdem ich im Homeoffice bin, arbeite ich noch viel mehr mit Aufgabenlisten als zuvor im Büro. Die Mittagspause ist im Homeoffice sehr flexibel geworden, je nach Terminen verschiebt sie sich auch schon mal in den Nachmittag und findet erst um 15:30 Uhr statt. So ähnlich ist es auch mit dem Feierabend, der im Büro meistens mit der Heimfahrt beginnt. Im Homeoffice variiert der Zeitpunkt des Feierabends stark. Auch hier habe ich mir angewöhnt, den Rechner dann zuzuklappen und das Homeoffice zu verlassen, um einfach auch diese physische Trennung zu haben.

Olivers Arbeitsplatz im Homeoffice-Büro
„Ich habe meinen Arbeitsplatz in unserem Büro eingerichtet. Die Gestaltung ist eher spartanisch und ohne viele Dinge, die mich ablenken können. Ich mag es klar und aufgeräumt.“ – Olivers Arbeitsplatz im Homeoffice


Wie hältst du Kontakt zu deinem Team und wie kommunizierst du am liebsten mit den Kolleginnen und Kollegen?

Oliver: In Homeoffice-Zeiten gibt es bei uns im Team deutlich mehr Abstimmungstermine. Über das rein fachliche Gespräch hinaus ist es aber auch wichtig, den Austausch über persönliche Fragen zu pflegen, z. B. treffen sich einige Kollegen innerhalb ihres Teams zur virtuellen Kaffeerunde, um einfach mal über Gott und die Welt zu sprechen.

Mein Favorit bei der Kommunikation ist der Teams-Videoanruf, da er der persönlichste unter den virtuellen Kommunikationsmöglichkeiten ist. So sieht man dann auch mal die Kollegen wieder, mit denen man nicht so regelmäßig im täglichen oder wöchentlichen Kontakt steht.


Wie geht Führung in Zeiten von Homeoffice?

Oliver: Das ist eine gute Frage. Ich denke, mir geht es wie den meisten Führungskräften bei ORBIT. Ich bin mit einer Herausforderung quasi über Nacht konfrontiert worden, für die es leider keine Blaupause gibt. Wie heißt es da so schön „ich fahre auf Sicht und navigiere im Nebel“. Das wichtigste aus meiner Sicht ist aber die regelmäßige Kommunikation mit den Mitarbeitern in Form von Regelmeetings und persönlichen Gesprächen – wenn auch nur via Teams. Sich nur noch schriftlich auszutauschen, wäre aus meiner Sicht, das Schlechteste was man im Homeoffice tun kann.

Zugegeben hatte ich gerade am Anfang das Gefühl, dass die Mitarbeiter nicht mehr so greifbar sind wie vorher im Büro. Dieses Gefühl hat sich aber sehr schnell gelegt, da mein Team auch im Homeoffice sehr diszipliniert arbeitet und die Arbeitstage mehr oder weniger so organisiert, wie wir das auch im Büro tun. Wenn wir aus dem remote „Exil“ wieder zur „Normalität“ übergehen, werde ich die oben genannten Arbeitsweisen, die sich jetzt bewährt haben, auch in Zukunft beibehalten.


Vielen Dank für die spannenden Einblicke und Erfahrungen von dir als Abteilungsleiter im Homeoffice!


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Kategorie: ORBIT, Unified Communication | Schlagwörter: , | Kommentare: 0

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