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< Beitrag von Miriam Stuhlmacher

IT-Ausbildung von heute längst von gestern?

Ein Interview mit aktuellen und ehemaligen ORBIT-Azubis

„Fachinformatiker Anwendungsentwicklung“! „Fachinformatiker Systemintegration“! … klingt das nach New Work? Nach pulsierenden IT-Themen und Future-Work-Szenarien? Eher nein. Wir sprachen mit ehemaligen und aktuellen ORBIT-Azubis über die Veränderung der IT und der Ausbildungsgänge in den letzten Jahren. Ein Interview.

 

Was hat sich getan, seit ORBIT-Vertriebsleiter Tobias Hejna und Consultant Marc Seltzer ihre Ausbildung machten? Welches Bild haben unsere derzeitigen Azubis Benedikt Rohs und Ruben Stagneth? Stimmt noch das Klischee vom blassen Nerd, der zwischen Kabeln und Serverschränken sitzend auf 3 Bildschirme mit Binärcodes starrt? 

 

IT-Ausbildung heute

Tobias, deine Ausbildung zum „Fachinformatiker Systemintegration“ ist schon eine Weile her. Weißt du, was für dich ausschlaggebend war, diesen Weg zu wählen?

Tobias: Angefangen hat alles mit digitaler Musikproduktion. Zeitgleich hat ein Nachbar von mir eine eigene IT Firma gegründet. So kam ich nach der Bundeswehr in die IT. Das war 1997 und ich glaube, es war das 3. Jahr, in dem diese Ausbildung angeboten wurde. Natürlich habe ich überlegt, ob Studium oder Ausbildung. Am Ende überzeugte mich, praxisorientiert zu arbeiten und schnell eigenes Geld zu verdienen.

Marc, du hast deine Ausbildung bei ORBIT gemacht und engagierst dich jetzt als Ausbilder. Was ist dir in deiner Verantwortung unserem Nachwuchs gegenüber am wichtigsten?

Marc: Den Auszubildenden nicht nur beruflich, sondern auch persönlich bei ihrer Weiterentwicklung zu helfen. Natürlich ist es wichtig, den Auszubildenden ein breites Spektrum an fachlichem Inhalt zu vermitteln. Allerdings sollte die Förderung auch den persönlichen Bedürfnissen angepasst werden.

Benedikt und Ruben, was hat euch dazu bewegt, euch für diese Ausbildung zu entscheiden … trotz der „nüchternen“ Bezeichnung?

Ruben: Es ist ein zukunftsfähiger Beruf. Ich interessiere mich schon lange für die IT. Angefangen hat es mit dem Auseinanderbauen von PCs und kleinen selbst geschriebenen Programmen. Heute bin ich besonders interessiert an Cloud-Anwendungen und Virtualisierungstechniken. 

Benedikt: Ich bin in einer sehr technikaffinen Familie aufgewachsen, was sehr früh mein Interesse für die IT geweckt hat. Nach einem Praktikum im Bereich Anwendungsentwicklung war klar, dass ich in der IT arbeiten möchte.

Tobias, die IT ist bekanntermaßen im ewigen Wandel. Auf dem Weg in die Cloud, zur Digitalisierung, vom Bauchladen zum strategischen Partner – um nur einige der viel zitierten Headlines zu nennen. Gemessen an eurer eigenen Ausbildung, könnt Ihr Veränderungen in den Ausbildungsinhalten feststellen?

Tobias: Ich denke die Basics sind noch gleich. Ob es das OSI-Schichten-Modell oder die Netzwerkthemen sind. Aber der Aufwand der Systemintegration – also Systeme zu verbinden – ist heute viel größer. Früher haben wir viel Zeit und Energie in POC-Projekte gesteckt, um kritische Umgebungen stabil aufzusetzen. Wir haben mit Bugs von Betriebssystemen gekämpft. Vom Bugfinder zum Architekten – das Berufsbild hat sich gewandelt. Es ist abstrahierter, man ist in den oberen Schichten gelandet. In der Anwendungsentwicklung ist man agiler geworden und insgesamt viel näher an das Unternehmen als Ganzes gerückt.

Benedikt und Ruben, als aktuelle ORBIT-Azubis, was schätzt ihr besonders an der Ausbildung bei ORBIT?

Ruben: Ich schätze bei ORBIT besonders das Menschliche. Hier schaut man nicht nur auf die Technik, sondern auch auf die sozialen und pädagogischen Werte. Der Mensch wird wahrgenommen und geschätzt.

Benedikt: Die Persönlichkeit des einzelnen spielt bei ORBIT eine Rolle. Als Azubi werde ich gefordert und kann mich weiterentwickeln. Ist eine Herausforderung größer, sind immer Kollegen da, die gerne weiterhelfen. Der Umgang ist persönlich und dennoch professionell – das schätze ich sehr.

Tobias und Marc, ihr seid gute Beispiele dafür, dass die Fachinformatiker-Ausbildung nicht wie beschrieben blass, inmitten von Servern endet. Tobias, du bist Teil der ORBIT-Geschäftsleitung. Marc, du bist erfolgreicher Consultant bei ORBIT. Was würdet ihr jungen Menschen sagen, die vor der Entscheidung Ausbildung oder Studium stehen und Zukunftsperspektiven abwägen?

Marc: Ich denke beides hat Vor- und Nachteile. Bei der Ausbildung kommt es sicherlich auch auf den Betrieb an. Nicht jedes Unternehmen bietet so viele Möglichkeiten und Themenfelder wie ORBIT. Allerdings hat die Berufserfahrung von Tag 1 an und der Kontakt zum Kunden mehr für meine persönliche und fachliche Entwicklung beigetragen, als das 10 Semester Studium der Theorie getan hätten.

Tobias: Mit der Ausbildung erhält man eine sehr wertvolle IT-Grundausbildung, von der ich persönlich heute noch profitiere. Man legt damit eine solide Basis, auf der man aufbauen kann. Ob das technische oder betriebswirtschaftliche Spezialisierungen sind – in beiden Fällen ist das Verständnis für Unternehmenszusammenhänge und Methodenkompetenz enorm wichtig. 

Eine letzte Frage in die Runde: Bei all den Nerd-Bildern, die es aus der IT gibt – Hand auf’s Herz, welchem Nerd-Klischee werdet ihr gerecht?

Ruben: Es gibt sicher immer noch Nerds, die in ihren Kellern sitzen und auf Tastaturen einhacken oder mit dem Kopf über die Tastatur rollen. Aber in einem Unternehmen wie ORBIT merkt man, wie sich die Rolle der IT in eine businessorientierte Richtung weiterentwickelt hat. Aber der kleine Nerd ist wahrscheinlich noch in vielen von uns. Ich bin ein Gaming Nerd … ich glaube, ich habe nahezu alles ausprobiert.

Benedikt: Da kann ich mich Ruben nur anschließen. Gaming passt bei mir auch.

Marc: Also ohne Kaffee geht bei mir nichts.

Tobias: Ich denke, die Klischees haben sich generell deutlich reduziert. Mein Aufgabenfeld ist nicht das IT-Doing, sondern an der Fachseite aufgehängt. Trotzdem vergeht heute kein Tag, an dem ich nicht an meinem Home Assistant oder meinem Rasberry Pie rumspiele und skripte. Das kann ich nicht lassen.

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Kategorie: ORBIT | Schlagwörter: | Kommentare: 0

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