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< Beitrag von Julian Blechschmidt

Von Skype zu Teams: Fünf Migrationsszenarien

Im Sommer 2017 hat Microsoft die Anwendung „Teams“ ins Leben gerufen und weltweit für den Cloud-Dienst Office 365 verfügbar gemacht. Wer damals die Microsoft Roadmap aufmerksam verfolgte, erkannte schnell, dass dieses Cloud-Produkt keine Eintagsfliege sein wird. Weil Microsoft an den Erfolg von Teams glaubt, wird die Anwendung gepusht und gefördert. Ein gutes Jahr später ist  absehbar, dass Teams früher oder später Skype for Business Online ersetzen wird. Welche Upgrade-Pläne verfolgt Microsoft im Hinblick auf die Migration in Richtung Teams?Zunächst eine Entwarnung für Kunden, die Skype for Business on-premises nutzen: Für Sie bleibt erst mal alles beim Alten. Die Support-Laufzeit für das On-Premises-Produkt läuft bis 2028.

Microsofts Upgrade-Pläne betreffen nur Skype for Business Online. Allerding dürfen auch Nutzer von Skype for Business Online Supportleistungen bis mindestens 2022 erwarten. Da bleibt also genügend Zeit, sich in Ruhe Gedanken zu machen, wie man mit dem Upgrade verfahren möchte.

Verfügbare Migrationswege

Das Wichtigste vorneweg: Ja, die Koexistenz und die Interoperabilität zwischen Skype for Business Online und Teams wird von Microsoft unterstützt. Es gibt also keine Probleme, wenn Sie die Migration langsam und mit Bedacht durchführen. Microsoft bietet seinen Office-365-Kunden eine Reihe von Migrationswegen an, die sich durch 5 Nutzungsszenarien unterscheiden:

 

Von Skype for Business zu Teams

Von Skype for Business zu Teams: 5 Migrationsszenarien

1 | Islands Mode

Teams wird als separate Lösung neben Skype for Business Online implementiert. Alle Teams-Features sind im vollen Umfang nutzbar. Den Nutzern steht es mehr oder weniger frei, welches Tool sie nutzen möchten.

Dieser Modus nennt sich Island Mode, weil beide Produkte separat funktionieren. Skype User kommunizieren mit Skype-Usern und Teams-User kommunizieren mit Teams-Usern. In den meisten Fällen nutzen die User beide Clients auf ihrem System und antworten über den Kanal, über den die initiative Kommunikation begonnen hat.

2 | Collaboration Only

In diesem Szenario wird Teams als reines Kollaborationstool benutzt. Funktionen wie Datenaustausch, Gruppenchats etc. stehen dem Kunden zur Verfügung. Weitere Funktionen wie z. B. Audio-/Video-Anruf-Features sind dagegen deaktiviert. Unified-Communication-Funktionen laufen weiterhin über Skype for Business Online.

3 | Collaboration & Meetings

Im Grunde ist dies eine erweiterte Lösung des Collaboration-only-Szenarios, wobei aber alle Meeting Features des Teams-Client aktiviert sind. Die Nutzung der Meeting-Komponente sollte primär über Teams ausgeführt werden.

4 | Teams Only

Sobald die Voraussetzungen für Teams innerhalb des Unternehmens erfüllt sind, bietet sich der Teams-Only-Modus an. Wenn ein User mit der neuen Teams-Lizenz ausgestattet ist, kann er seinen alten Skype-Client nur noch dazu verwenden, an Skype Meetings teilzunehmen, die durch einen Skype User eingestellt wurden. Ein Teams-User kann weiterhin mit anderen Skype-for Business-Usern kommunizieren. Dies wird gewährleistet durch die Interoperabilitätsfunktion zwischen Teams und Skype.

5 | Skype for Business Only

In diesem Szenario nutzen die User weiterhin ihren alten Skype-for-Business-Client, um zu chatten, zu telefonieren oder an Meetings teilzunehmen. Im Grunde bedeutet dieser Modus nur, dass man bestimmte Gruppen oder User weiterhin auf Skype for Business Online halten möchte. Standardmäßig muss der Administrator die Teams-Lizenz für die betroffenen User manuell deaktivieren.

Interoperabilität

Die Interoperabilität beschreibt das Zusammenspiel zwischen dem Skype-for-Business-Online-Client und dem Teams-Client. Diese Fähigkeit erlaubt die unabhängige Koexistenz und vereinfacht die Migrationsphase in großen Unternehmen erheblich. 1-zu-1-Chat-, Video- und Voice-Kommunikation sind also von Skype zu Teams und auch andersherum möglich.

Die Interoperabilität zwischen den beiden Clients funktioniert in folgenden Migrationsszenarien:

  • Collaboration Only
  • Collaboration and Meetings
  • Skype for Business Only
  • Teams Only

Einige Aspekte sollten Sie jedoch beachten: Nicht alle Features werden zwischen den beiden Clients abgedeckt. So funktionieren die sogenannten „interop chats“ nur als „rich text“, und der Einsatz von Emojicons wird nicht unterstützt. Weitere Einschränkungen während der interoperabilitären Koexistenz-Phase betreffen:

  • das Screen Sharing zwischen beiden Clients
  • die Gruppenchats via Teams. Dies funktioniert derzeit nur mit Teams-Usern. Das Gleiche gilt für Gruppenchats via Skype: Sie funktionieren nur zwischen Skype-Usern.
  • Gruppen-Video- oder Gruppen-Telefon-Konferenzen zwischen beiden Clients
  • den Dateiaustausch in Gruppenchats zwischen beiden Clients
  • den Persistence Chat seitens Skype

Microsoft verspricht seinen Kunden aber, diese Limitierungen nach und nach zu beseitigen.

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Kategorie: Cloud | Schlagwörter: , | Kommentare: 0

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