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< Beitrag von Christoph Förster

Copy Automation Tool for ORACLE von Pure Storage

Eine komplette Oracle-Datenbank klonen und umbenennen? Das geht jetzt einfacher und schneller mit dem Copy Automation Tool for ORACLE (CAT for ORACLE) von Pure Storage. Wir von ORBIT durften das Tool exklusiv vorab testen.

Ein aufwändiger Routine-Job

Als Datenbank-Administrator kennen Sie diese Situation: Da kommt ein Kollege mit dem dringenden Wunsch, doch bitte „mal eben“ eine neue Testumgebung aufzusetzen, weil er mit Echtdaten einen Test fahren müsse. OK, Sie sind ja ein serviceorientierter Datenbank-Administrator – also legen Sie los:

  • Sie setzen die Maschine auf.
  • Während die Installation des Betriebssystems läuft, wählen Sie das Backup aus, das genutzt werden soll.
  • Außerdem sorgen Sie für Platz auf dem Storage.
  • Der Restore aus dem Backup läuft.
  • Je nach eingesetzter Software können Sie beim Restore schon die Datenbank umbenennen.
  • Wenn das nicht möglich ist, müssen Sie nach dem Restore und Recover der Datenbank noch manuell eingreifen.

Erkennen Sie Ihren Job wieder? Für alle Pure-Storage-Nutzer winkt ab sofort Hilfe. Denn von Pure Storage gibt es nun das Copy Automation Tool for ORACLE. Wir von ORBIT haben getestet, in welchem Maße diese skript-basierte Lösung Ihre Arbeit in Zukunft vereinfacht.

Was leistet das Copy Automation Tool for ORACLE?

Das Copy Automation Tool for ORACLE von Pure Storage …

  • sichert die ORACLE-Datenbank und die Log-Files
  • kopiert das Raw-Device mittels Snapshot auf einen anderen Host
  • vollzieht dort einen Restore und Recover der ORACLE-Datenbank
  • liefert ein Rename von Datenbank und File-System
  • stoppt und startet aufWunsch auch die Listener

Das Tool ist – wie schon gesagt – skript-basiert. Es gibt für all das also aktuell keine Oberfläche zur Bedienung oder Einrichtung.

Welche Voraussetzungen sind für die Nutzung erforderlich?

Das Copy Automation Tool for ORACLE von Pure Storage funktioniert unter den folgenden Voraussetzungen:

  • Sie nutzen Pure Storage und setzen Linux-VMs ein.
  • Die Datenbanken liegen auf Raw-Devices.
  • Sie benötigen einen Share, den beide Maschinen sehen. Hier bietet sich NFS an.
  • Ein SSH-Zugang muss zwischen den Maschinen eingerichtet sein, sonst erhalten Sie immer wieder eine Abfrage des Passworts.

Wenn Sie Pure Storage kennen, fragen Sie sich jetzt sicher: „Warum NFS? Pure Storage ist doch Flash!“ Sie brauchen ein NFS-Share zum Transfer, denn hier werden u. a. die Files zur Laufzeit angelegt und die Logfiles der ORACLE-Datenbank kopiert.

Das Script ist zwischen den Hosts einfach zu sharen und nutzt den Vorteil, dass der jeweilige Server die Daten so betrachtet, als seien sie lokal abgelegt.

Auf Ihrer Pure-Storage-Maschine muss für die Datenbanken jeweils ein Quell- und ein Ziel-Laufwerk angelegt sein. Diese Laufwerke werden per Raw Device Mapping an die Linux Maschinen präsentiert:

Copy Automation Tool for ORACLE Abb.1

Abb. 1: RAW-Device für CAT for Oracle

Schließlich müssen Sie auf der Pure-Maschine noch eine Protection Group für das Quell-Volume erstellen, denn nur so kann das  Copy Automation Tool den Snapshot auslösen.

Copy Automation Tool for ORACLE, Abb. 2

Abb. 2: Protection Groups für Oracle anlegen

Wie läuft die Installation?

Für die Installation entpacken Sie das Tool einfach und legen es dann an einem beliebigen Ort im Linux-System ab:

Copy Automation Tool for ORACLE, Abb. 3

Abb. 3: Übersicht Verzeichnis-Struktur CAT for Oracle

In der uns vorliegenden Version gibt es schon eine Install-Hilfe, die mittels eines Python-Skripts die Einstellungen fragt:

Copy Automation Tool for ORACLE Abb 4

Abb. 4: Konfiguration mittels Phyton

Beachten Sie bitte, dass noch nicht geprüft wird, was Sie dort eingeben. Wenn Sie alles eingestellt haben, können Sie das Skript starten.

Copy Automation Tool for ORACLE, Abb. 5

Abb. 5: Abfrage, ob unterbrochener Lauf oder neuer Lauf

Sehr positiv ist, dass das Skript einen nicht-erfolgreichen Lauf erkennt. Das Skript bietet dann an, den Lauf erneut zu starten, wobei das Skript genau da einsteigt, wo der Lauf abgebrochen ist.

Copy Automation Tool for ORACLE, Abb. 6

Abb. 6: Übersicht der geplanten Schritte

Bevor es „richtig“ losgeht, gibt es noch einen Überblick, was gleich von wo nach wo transportiert wird. Die Default-Einstellung des Skriptes „Dialog-Mode“ können Sie per CommandLine-Parameter oder im Skript auf „Auto“ umstellen. Unterbrochen wird das Skript nur dann, wenn eine Interaktion nötig ist.

Abb. 7: Exception bei Passwort-Abfrage

Wir haben bei unseren Tests den SSH-Login auf die Pure-Maschine nicht per Key erlaubt, um auch in diesem Fall zu sehen, was passiert: Das Skript sammelt alle Informationen zur Quell-Datenbank und bereitet alles vor, um die Informationen per Snapshot auf der Ziel-Seite wieder online zu nehmen.

Das Ergebnis

Am Ende des Scripts ist die Datenbank auf der Zielseite online. Die Datenbank wurde umbenannt und neue Control-Files erstellt. Zudem wurde die Datenbank mittels der Logs recovert und ist nun nutzbar. Auch die Verzeichnisse wurden umbenannt.

Abb. 8: CAT for ORACLE ist durchgelaufen

Wir sind in unseren Tests noch einen Schritt weitergegangen: CAT for ORACLE kann mit dem Parameter „fullauto“ mit einem Scheduler wie Cron betrieben werden, wenn man z. B. regelmäßig eine Datenbank erneuern muss. Dies ist – wenn alle Einstellungen stimmen – eine richtig gute Sache, weil man sich quasi nur am Anfang Gedanken machen muss, welche Datenbank wohin soll. Den Rest erledigt CAT for ORACLE.

Das ORBIT-Fazit

Das Copy Automation Tool for ORACLE ist ein sehr gutes Tool, um mit Pure Storage ORACLE-Datenbanken zu klonen und umzubenennen: Eine komplette ORACLE-Datenbank lässt sich in sehr kurzer Zeit bereitstellen. Das Tool übernimmt auch das Rename der Datenbank und die Erstellung der Control-Files, wobei es nur geringe User-Interaktion erfordert. Damit erspart CAT for Oracle dem Administrator viel Zeit und Aufwand und ist bestens geeignet, um z. B. regelmäßig eine Testumgebung zu erneuern.

Bleibt noch ein Wunsch von und für Administratoren, die nicht so skript-affin sind: Eine übersichtliche Nutzeroberfläche würde die Usability des Tools wesentlich erhöhen.

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Kategorie: Oracle-Database | Schlagwörter: , | Kommentare: 0

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