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< Beitrag von Christoph Förster

Oracle-Backup mit Bordmitteln – RMAN einfach erklärt

Jeder, der mit einer Oracle-Datenbank arbeitet, diese administriert oder Datenbanken installiert, stellt sich die Frage: Wie sichere ich die Datenbank so, dass im Fehlerfall mit möglichst wenig Aufwand ein Restore und Recovery möglich ist?

In diesem Beitrag möchte ich näher auf die Möglichkeiten des Backups mit Oracle-Bordmitteln eingehen.

RMAN

Jeder kennt zumindest den Namen, viele arbeiten damit – manche gerne, andere weil sie müssen – RMAN, der Recovery Manager, den Oracle zur Datenbank mitliefert.

Dieses kleine und unscheinbare Command-Line Interface (CLI) wirkt auf den ersten Blick sehr einfach gestrickt. Hier ein Screenshot der Oracle-Version 12.0.1.0. Diese sieht bis auf die Versionsnummer aus wie die anderen Oracle-Versionen.

rman_1

Es gibt keine grafische Oberfläche von RMAN. Lediglich über die DbConsole (Enterprise Manager in alten Versionen), die als grafisches Frontend bei jeder Datenbankinstallation auf Wunsch mit erzeugt wird, kann man RMAN-Parameter ändern (gilt analog natürlich für Enterprise Grid Control ebenso).

Wenn eine Oracle-Datenbank installiert wurde (egal ob Windows oder Linux), wird RMAN mit installiert. Er bringt dann auch Standard-Einstellungen mit. Die Einstellungen lassen sich mit show all; anzeigen.

Das Gute am CLI von RMAN ist die einfache Möglichkeit, die Einstellungen umzukonfigurieren. Nehmen wir als Beispiel das Autobackup des Controlfiles der Datenbank. In meinem Beispiel ist das Autobackup deaktiviert: CONFIGURE CONTROLFILE AUTOBACKUP OFF; #default (Der Wert #default hinter einem Parameter besagt, dass dieser Parameter mit dem Default-Wert eingestellt ist.) Man kann diese Einstellung sehr leicht ändern, indem im CLI von RMAN folgendes eingegeben wird: CONFIGURE CONTROLFILE AUTOBACKUP ON;

Und schon ist das Autobackup des Controlfiles aktiviert.

Man muss die Parameter im Rahmen der Sicherung von Oracle-Datenbanken immer mit betrachten, weil hier u. a. Policies regeln, wie lange ein mit RMAN erstelltes Backup aufgehoben wird. Überlegen wir uns also zuerst eine Stragetie. Ich möchte im Folgenden auf das Standard-Verfahren eingehen, wie man eine einfache Sicherung seiner Datenbank mit RMAN machen kann.

Online Backup

Seit Oracle 11g reicht für ein Online Backup der Datenbank im RMAN folgendes Kommando: backup database;
Dieses Backup sichert zwar alle Datafiles und Archived-Logs, jedoch fehlt das CURRENT Log-File, welches für ein Recovery unbedingt nötig ist. Daher empfehle ich folgendes Script:

RUN {
BACKUP DATABASE;
SQL ‚ALTER SYSTEM ARCHIVE LOG CURRENT‘;
DELETE NOPROMPT OBSOLETE;

}
LIST BACKUP OF DATABASE;
QUIT;

Wenn man dieses Script in einem Batch- oder Shellscript aufruft und ein Logfile erzeugen lässt, kann man das Backup der Datenbank prüfen und es werden auch alle Backups, die nicht mehr benötigt werden, gelöscht.

Der SQL-Befehl „ALTER SYSTEM ARCHIVE LOG CURRENT“ löst einen Logswitch aus. Den könnte man auch über ein „ALTER SYSTEM SWITCH LOGFILE“ starten, jedoch wird dann nicht gewartet, bis der Archiver fertig ist.

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Kategorie: Oracle-Database | Schlagwörter: , , | Kommentare: 0

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