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< Beitrag von Jens Zange

itSMF Jahreskongress 2017 – ein Rückblick

Der itSMF Jahreskongress 2017 stand unter dem Motto „Enterprise Service Management – Beyond IT“. Im Zentrum stand dabei das Zusammenrücken von IT und Non-IT sowie die Frage, wie IT Provider mit ihrem Prozess-Know-How das Enterprise Service Management (ESM) voranbringen können.

Der Tagungsort – ein Sinnbild für die IT im Unternehmen

Die Organisation war vorbildlich, die Location und das Rahmenprogramm prima ausgewählt und die verschiedenen Formate innerhalb des Programms vielseitig. Die Bühne für den itSMF Jahreskongress 2017 war also ideal vorbereitet. Der Veranstaltungsort, die Rhein-Mosel-Halle in Koblenz, tat sein Übriges: In wundervoller Lage am Rhein, schwankend zwischen modernem und altbackenem Look & Feel wirkte der Tagungsort wie ein Sinnbild für die Situation der IT in den Unternehmen, für den Reifegrad der ITSM-Organisationen und auch für den Fortschritt von ESM.

itSMF Jahreskongress 2017

Die Vorträge und Diskussion zeigten das Bild einer zerrissenen Organisationslandschaft, die zwar moderne Technik einsetzt und über aktuelles Theoriewissen verfügt, faktisch aber weiterhin altbacken arbeitet und veränderungsscheu ist. Sicherlich gibt es strahlende Ausnahmen, die aber die Tristesse des Durchschnitts nur für begrenzte Zeit überdecken können.

John Cage sagte einmal: „Ich verstehe nicht, warum die Menschen Angst vor neuen Ideen haben. Ich habe Angst vor den alten.“

Haben die ITSM-Spezialisten keine neuen Ideen? Woran liegt es, dass die Botschaft bei den Adressaten noch immer nicht angekommen ist? Das Resultat ist jedenfalls ernüchternd, denn bis auf die angesprochenen positiven Ausreißer hat sich in den letzten Jahren offensichtlich wenig bewegt.

Die ersten Stufen im Veränderungsprozess

Was also tun? Bei der Suche nach einer Antwort helfen vielleicht die „8 Stufen der Veränderung“ nach J. P. Kotter – ein Modell, auf das auch ITIL referenziert:

itSMF Jahreskongress 2017

Gerade die fundamentalen ersten 3 Stufen werden gern übersprungen. In vielen Unternehmen liegt der mangelnde Fortschritt hier begründet. Es ist schlicht falsch, das Schneckentempo der Veränderung auf fehlende Ressourcen, mangelndes Budget, ein altmodisches Management und sture Anwender zu schieben. Fingerpointing ist eine wunderbar leicht zu erlernende Disziplin. Den Fehler bei sich selbst zu suchen, ist dagegen schmerzhaft.

Mein persönliches Fazit: ESM wird erst dann eine erreichbare Größe, wenn es den IT-Organisationen gelingt, innerhalb des Restunternehmens ein Gefühl der Dringlichkeit für ESM zu erzeugen – und damit die 1. Stufe nach Kotter zu meistern. Es wird Zeit, das Theoriewissen in der Praxis umzusetzen. Die Gewinner der Digitalisierung gehören jedenfalls nicht zur Gruppe der Zauderer.

 

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Kategorie: ITSM | Schlagwörter: | Kommentare: 0

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