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< Beitrag von Tobias Heyl

Kategorien und Tags im vSphere Web Client

Ein Tag ist im Deutschen so etwas wie ein Kennzeichen, ein Etikett oder ein Schlagwort. Tags wurden mit vSphere 5.1 eingeführt und verhelfen dem findigen vSphere-Administrator zu einer vereinfachten Pflege und Wartung seiner virtuellen Infrastruktur, indem dieser Objekte mit bestimmten Schlagwörtern bzw. Etiketten versehen kann, was wiederum bei einer Kategorisierung und Organisation der einzelnen Komponenten hilft. In diesem Beitrag werden Kategorien und Tags im vSphere Web Client vor- und gegenübergestellt.

Ordner sind überholt – es leben Tags und Kategorien!

Früher wurden (und auch heute noch werden) für derlei Operationen meist Ordner verwendet, was prinzipiell auch nicht schlecht ist – dazu sind sie ja da. Die Sache mit den Ordnern hat aber einen entscheidenden Nachteil: Man kann – zumindest im vSphere Client – nur VMs oder Templates dort einsortieren (der vSphere Web Client ist da schon ein bisschen weiter) und ein Objekt kann sich nicht in zwei Ordnern gleichzeitig befinden. Es ist jedoch möglich, mehrere Tags an ein VM-Objekt zu hängen, sodass es für mehrere Szenarien greifbar wird. Beispiele dafür sehen wir uns später an.

Tags können ausschließlich mit dem vSphere Web Client verwaltet werden, der vSphere Client (Fat Client, C#-Client) kennt diese nicht und kann diese auch nicht anzeigen. Da in der neuesten Version 6.5 der Windows-basierte vSphere Client ohnehin nicht mehr unterstützt wird, wird es nun Zeit für den Wechsel – und das nicht nur wegen der Tags.

Insgesamt sehen wir, dass Tags noch viel zu selten genutzt werden. Dabei helfen Tags nicht nur zur besseren Übersicht, man kann darüber auch leicht Objekte in der Umgebung filtern und bestimmte Aktionen nur auf bestimmten Objekten anwenden. So kann man beispielsweise über den Web Client selbst oder über PowerCLI-Scripte bestimmte VMs einer Kategorie identifizieren (z.B. alle VMs mit dem Tag „Windows Server 2012 R2 (64-bit)“, oder Backups von VMs mit bestimmter Kennzeichnung durchführen („Sichere nur VMs mit dem Tag Produktiv!“).

Kategorien und Tags im vSphere Web Client

Kategorien

Bevor Tags erstellt werden können, muss mindestens eine passende Kategorie erzeugt werden. Dies geschieht im Web Client auf der Startseite (Haus-Symbol) und dann links in der Menüleiste bei Tags, die richtigen Berechtigungen im vCenter vorausgesetzt.

Kategorien dienen der Eingliederung der Tags. Beispiele für Kategorien wären bspw. Einträge wie „Betriebssystem“, „Sicherungstyp“, „Lizenzstatus“ o.a.

Neue Kategorie –Kategorien und Tags im vSphere Web Client

  • Kategoriename: Der Name der Kategorie ist einzutragen.
  • Beschreibung: Die Beschreibung ist optional.
  • Kardinalität: Die Kardinalität beschreibt die Möglichkeit, einem Objekt mehrere Tags derselben Kategorie anzuhängen oder nur eines.
  • Zuweisbare Objekttypen:
    • Hier wählt man entweder ein einzelnes Objekt oder wählt aus mehreren Objekten aus, an die man später die Tags hängen möchte.
    • Wenn es beispielsweise um eine Kategorie „Betriebssystem“ geht, macht es natürlich Sinn, als zuweisbaren Objekttypen nur „Virtual Machine“ auszuwählen. Ein Distributed Switch zum Beispiel hat kein Betriebssystem à la Windows, Linux o.ä.

Tags

Hat man seine Kategorien erstellt, kann man nun die Tags erstellen, die man dann entsprechenden Kategorien zuweist.

Neues Tag – Kategorien und Tags im vSphere Web Client

  • Name: Der Name des Tags ist einzutragen.
  • Beschreibung: Die Beschreibung ist optional.
  • Kategorie: Auswahl der zugehörigen Kategorie zum neu erstellten Tag.

Betriebssystemversionen und -varianten

Hier lassen sich so beispielsweise Betriebssystemversionen und -varianten abbilden, die man den VMs zuweisen kann.

Am besten erstellt man sich eine möglichst vollständige Liste an Betriebssystemversionen:

Betriebssystemversionen – Kategorien und Tags im vSphere Web Client

Als weiteres Beispiel folgt eine Kennzeichnung zur Backup-Routine:

Sicherungstyp –Kategorien und Tags im vSphere Web Client

Die Kategorie heißt „Sicherungstyp“, Tag-Namen sind „Keine Sicherung“,  „Tägliche Sicherung“ und „Wöchentliche Sicherung“. Damit lassen sich VMs mit Tags versehen um Backup-Zyklen sauber abzubilden. Mit sogenannten Annotations aus dem vSphere Client lässt sich so etwas nicht realisieren.

Nach diesem Schema kann man das weiterspinnen. Wenn also zum Beispiel eine Produktiv-VM, auf der Windows Server 2008 R2 (64-bit) läuft, täglich gesichert werden soll, sieht das so aus:

Produktiv-VM Tags – Kategorien und Tags im vSphere Web Client

Fazit – mehr Ordnung und Sortierbarkeit dank Kategorien und Tags

Es ist also ganz leicht, mit wenig Aufwand und dank der Kategorien und Tags im vSphere Web Client eine nachvollziehbare Ordnung und Sortierbarkeit herzustellen, die es alleine mit Ordnern oder Anmerkungen nicht geben kann.

Da auch Drittanbieterhersteller mittlerweile die Stärken von Tags und Kategorien erkannt haben, lohnt sich die Einführung bzw. Umstrukturierung allemal, da auf diese Weise Prozesse wie Backups oder Automatisierung durch Scripte stark vereinfacht werden können. Auch der vRealize Operations Manager ist in der Lage, VMs anhand ihrer Tags zu filtern und auszuwerten – ein großer Vorteil in Sachen Vorselektion.

Haben Sie auch schon Tags und Kategorien in Ihrer Umgebung eingeführt?

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Kategorie: Datacenter | Schlagwörter: , , | Kommentare: 0

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