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< Beitrag von Fabian Utzel

ONTAP 9.1 ist jetzt GA! – Features und Neuerungen

Der Storage-Hersteller NetApp hat vor ca. 2 Wochen das erste größere Update für sein Betriebssystem ONTAP 9 generell verfügbar gemacht: ONTAP 9.1.

Mit dem Release von ONTAP 9.1 wurden neben einigen neuen Features, wie dem FlexGroup-Volume auch einige Features aus ONTAP 9, wie zum Beispiel die native Verschlüsselung, verbessert.

Was sind eigentlich FlexGroup-Volumes?

Mittlerweile hat sich das Flexible Volume (FlexVol) als Standard  für die meisten Anwendungen und Standard NAS-Workloads etabliert. Die Größe und Skalierbarkeit ist bei einem FlexVol zum einen durch die maximale Größe des Aggregates limitiert, zum anderen beträgt die maximal skalierbare Größe 100 TB.

Um die Grenzen der FlexVols zu sprengen, hat NetApp damals mit DataONTAP 8.1.1 Infinite Volumes vorgestellt. Bei einem Infinite Volume sind mehrere traditionelle Volumes in einem Cluster unter einem Namespace zusammengefasst und können so die maximale Speichermenge von FlexVols (100 TB) bis zu einem Maximum von 20 PB überschreiten.

Allerdings gab es bei diesem Feature einige Einschränkungen bzgl. Performance (Metadaten-Operationen), Protokollunterstützung (Kein SMB 2, SMB 3) und maximale Anzahl an Dateien (2 Mrd.). Dies liegt nicht zuletzt daran, dass das Infinite Volume auch als ein Einzelnes Volume behandelt wird. Somit eignet sich ein Infinite Volume z. B. gut dazu, Archivdaten und große Datenmengen zu speichern, ist aber für Performance-hungrige Workloads eher ungeeignet. Zudem konnten Infinite Volumes und FlexVols nicht in einem Cluster betrieben werden.

Und genau da kommt das FlexGroup-Volume ins Spiel: FlexGroup-Volumes verfügen über alle verfügbaren Ressourcen in einem Cluster. Sie haben, wie die Infinite Volumes, eine Kapazitätsgrenze von 20 PB, können jedoch bis zu 400 Mrd. Dateien und bis zu 200 FlexVols beinhalten. Da immer noch jedes Volume einem Node gehört, ergibt sich dann die Möglichkeit, die Last auf die einzelnen Cluster-Nodes bzw. Volumes dynamisch zu verteilen und dadurch die Performance zu steigern. Zudem unterstützen FlexGroups Snapshots und SnapMirror-Replikation sowie Deduplizierung/Komprimierung und bieten ein einfaches Management über den OnCommand System Manager.

Sinnvolle Use Cases für FlexGroup-Volumes können grundsätzlich eher File-basierte Workloads im NAS, wie große Medienablagen, Logfile-Repositories und Homelaufwerke sein. Für die Virtualisierung und Datenbankanwendungen bietet die FlexGroup eher keine geeigneten Use Cases, dort sollte man auf herkömmliche FlexVols zurückgreifen.

ONTAP 9.1 - Flexvolinfinitvolflexgroup

Quelle: http://www.netapp.com/us/media/tr-4557.pdf

NetApps DataFabric nimmt Formen an

NetApp ist mit dem neuen Update auch einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung ihrer DataFabric-Vision gegangen: Ein weiteres Feature ist die Backup-Unterstützung von NAS-Services in die Cloud mit NetApp-Boardmitteln. Damit lassen sich Ihre Daten anwendungskonsistent über eine AltaVault in die Cloud replizieren. Dabei gibt es die folgenden beiden Modelle:

ONTAP 9.1 - NAS Cloud Backup

Quelle: http://www.netapp.com/de/media/ds-3827.pdf

Es ist möglich, sowohl die AltaVault als auch ONTAP als Hardware-Appliance oder als virtuelle Appliance on-premises oder in der Cloud zu betreiben:

ONTAP 9.1 - ava_ontap_cloud_onprem

Das gesamte Konstrukt soll so mit dem Release von SnapCenter 2.0 (Release: Q1 2017) und AltaVault 4.3 (Release: Q1 2017) über die zentrale Management-Oberfläche des SnapCenter 2.0 administriert werden können. Für diese Funktionalität ist ebenfalls ein Update auf ONTAP 9.1 erforderlich.

Ein großer Vorteil dieser Lösung ist, dass die gesamte Infrastruktur von NetApp selber kommt, somit ist man nicht auf Drittanbieter-Software für das Backup in die Cloud angewiesen und besitzt eine homogene Gesamtlösung aus einer Hand. Zudem ist die Datenwiederherstellung durch die hauseigenen Snapshot-Funktionalitäten von NetApp sehr schnell und sicher, da Snapshots aus allen 3 (bzw. 4 mit sekundärem Storage) Lokationen wiederhergestellt werden können.

Weitere Neuerungen mit ONTAP 9.1

Neben den beiden weiter oben vorgestellten Themen hat NetApp noch eine Reihe von weiteren Neuerungen herausgebracht, die im Folgenden aufgelistet sind:

  • NetApp-Volume-Encryption (NVE)
    • Volume-basierte Verschlüsselung
    • Nutzt Onboard-Key-Management (OKM)
    • Auch in Kombination mit NetApp-Storage-Encrtyption (NSE)
    • Nutzt XTS-AES-256-Mechanismus
  • Support für Installation der ONTAP Software von externen USB-Geräten
  • SMB2.0-Support für Verbindungen zum DC
  • Onboard FC-VI-Support für AFF300/FAS8200er-Reihe
  • 12-Node SAN
  • Verbesserte SnapLock-Funktionalität:
    • Support für SSD/FlashPool-Aggregate
    • Support für ADP
  • Backup-optimierte Storage Hardware aus der FAS8200er-Reihe
    • 2-Node Switchless Cluster
      • 251TB (240TB HDD with 11TB SSD)
      • 503 TB (480TB HDD with 23TB SSD)
      • 1006TB (960TB HDD with 46TB SSD)
  • Foreign LUN Import für AFF (FLI)
    • LUN-Import aus fremden Arrays direkt in All-Flash-FAS-Cluster
  • Weitere Provisionierungs-Templates für SAP HANA
  • diverse Bugfixes

Vision wird Realität

Mit ONTAP 9.1 kommt NetApp seiner Vision der „DataFabric“ einen Schritt näher. Auf Basis von ONTAP ebnet der Storage-Hersteller mit dem Cloud-integrierten Storage einen einfachen Weg, die Daten in die Cloud zu sichern – und das alles aus einer Hand. Das Update auf ONTAP 9.1 lohnt sich neben der verbesserten Cloud-Integration auch, wenn Sie Ihre Daten mithilfe der NetApp-Volume-Verschlüsselung schützen wollen.

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Kategorie: Cloud, Datacenter | Schlagwörter: , , , | Kommentare: 0

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