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< Beitrag von Mike Mannz

Nutzung von Cloud Services: Können wir mit dem Schritt in die Cloud das Thema ITIL ad Acta legen?

Für die IT-Abteilungen ist es unvermeidlich, sich mit dem Thema Cloud Computing und der Nutzung von Cloud Services auseinanderzusetzen. Eine aktuelle Gartner-Umfrage zeigt, dass 85 % aller IT-Abteilungen von ihren Kunden dazu gedrängt werden, neue sowie geänderte IT-Systeme und -Services flexibler bereitzustellen.[1]

Herausforderungen durch Cloud Computing

Die Prozesse in den Fachabteilungen verändern sich immer schneller. Durch die zunehmende Anzahl an Cloud Services sinkt die Hemmschwelle der Fachabteilungen in den Unternehmen, auf eine Schatten-IT auszuweichen.

Nicht nur die wachsende Anzahl, sondern auch die immer leichtere Implementierung und Nutzung von Cloud Services tragen hierzu bei. Es entsteht eine IT-Umgebung, welche sich nur sehr schwer überblicken und betreiben lässt. Sicherheitslücken und unbekannte Auswirkungen auf andere Systeme in der IT-Umgebung sind eine wahrscheinliche Folge. Daneben ist mit erheblichen Mehrkosten durch Lizenzverstöße sowie dem Mehraufwand für die Behebung von möglichen Fehlern der unbekannten Systeme zu rechnen.

Die IT muss sich zu einer bedarfsgerechten Organisation entwickeln, um als strategischer Partner die Bedürfnisse ihrer Kunden erfüllen zu können.[2]

Nutzung von Cloud Services nach ITIL

Im Folgenden werden 2 ITIL-Prozesse der Service Design-Phase genauer betrachtet, die bei der Nutzung von Cloud Services von Bedeutung sind:

  • Service Catalogue Management
  • Supplier Management

Das Service Catalogue Management bildet eine zentrale Informationsverwaltung über alle Services, welche bereits in die produktive Umgebung überführt wurden oder gerade überführt werden. Es ermöglicht allen Geschäftsbereichen, sich ein genaues Bild von den aktuell verfügbaren Services zu machen. Auch Informationen, wie diese von den Geschäftsbereichen eingesetzt werden können, unterstützen die Anwender bei der Wahl des geeigneten Services.[3]

Ein gepflegter Servicekatalog, der von der IT-Abteilung angebotene Cloud und interne Services beschreibt, leistet einen wesentlichen Beitrag dazu, eine Schatten-IT zu verhindern. Zusätzlich hilft es, die Sichtbarkeit der IT-Abteilung gegenüber der Geschäftsbereiche zu steigern und die Kommunikation zwischen den beiden Bereichen anzuregen.

Ziel des Supplier Management ist es, ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis durch die Supplier und damit auch Cloud Service Provider zu erreichen. Initiale Tätigkeiten sind dabei neben der Implementierung von einheitlichen Supplier-Richtlinien auch die Auswahl geeigneter Supplier sowie die Risikobewertungen dieser. Die Steuerung der Supplier-Leistungen, das Managen von Verträgen und ein regelmäßiges Review bilden fortlaufende Aufgaben des Prozesses. Der Prozess fordert einen engen Austausch zwischen den Geschäftsabteilungen und der IT, da nur gemeinsam der genaue Bedarf ermittelt werden kann.[4]

ITIL als Dauerbrenner

Die IT-Abteilung geht durch die Einführung und Kommunikation dieser beiden ITIL-Prozesse einen Schritt mehr auf die Geschäftsbereiche zu und eine Schatten-IT kann durch die bedarfsgerechte Ausrichtung verhindert werden.

Im Supplier Management werden die Geschäftsanforderungen der IT-Abteilung hinsichtlich der Supplier-Auswahl vertreten. Beide Prozesse müssen von der IT-Abteilung initiiert werden, allerdings sollte die Einführung dieser unternehmensweit kommuniziert werden, um eine möglichst hohe Transparenz durch Verbreitung der Informationen zu gewährleisten. Die kooperative Zusammenarbeit sollte außerdem betont werden, denn nur gemeinsam ist es möglich, Vorteile für das Unternehmen zu generieren.

Abschließend bleibt zu sagen, dass egal wer die Services betreibt, sich die grundsätzliche Verantwortung, der interne Austausch und das Voranbringen der gemeinsamen Ziele nicht auf einen Provider übertragen lassen. Damit spielt das Thema ITIL weiterhin eine wichtige Rolle bei der Steuerung und Nutzung der Cloud Provider. Wie in dem Beitrag zu lesen, gewinnen sogar einige Bereiche des Best Practice-Ansatzes noch weiter an Wichtigkeit.

 

Quellen:  

[1] Vgl. Reginald, Lo (2015): Optimizing IT Services for DevOps, Agility, and Cloud Capabilities [03.04.2015], http://blogs.vmware.com/cloudops/2015/04/optimizing-services-devops-agility-cloud-capabilities.html#_ftn1 [09.01.2017].

[2] Vgl. Zimmermann, Stephan; Rentrop, Christopher (2012): Schatten-IT. In: HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik, 2012, Heft 288, S. 60-68.

[3] / [4] Vgl. OGC (Hrsg.) (2013a): Office of Government Commerce (OGC): ITIL Service Design, London.

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Kategorie: Cloud, ITSM | Schlagwörter: , , , | Kommentare: 0

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