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< Beitrag von Christoph Förster

Disaster Recovery mit Veeam bei Oracle-Datenbanken

In meinem Alltagsgeschäft kommt es immer wieder vor, dass ein Kunde ein Problem mit seiner Oracle-Datenbank hat. Meist kann man dieses ohne einen Restore oder Ähnliches beheben. Oder man passt entsprechende Parameter an und dann ist das Problem behoben.

Was ist, wenn die Datenbank nicht mehr funktioniert? Sei es durch einen Hardware-Ausfall oder einen Datenbankfehler? Dann geht das nicht mehr mittels Neustart oder Anpassen von Parametern.

Und genau um eine solche Situation geht es in diesem Beitrag.

Das Szenario

Ein Kunde hat eine Oracle-Datenbank im produktiven Einsatz, in unserem Beispiel die Zeiterfassungsdatenbank. Da er im Rechenzentrum auf Virtualisierung setzt, läuft diese Datenbank ebenfalls in der virtuellen Umgebung (das Lizenz-Thema soll in diesem Beitrag außer Acht gelassen werden). Die Datenbank läuft auf einem eigenen ESX-Host. Dies hat u. a. Lizenzgründe und dient einem weiteren Datenbank-Server als Notfall-System. Als Backup-Lösung wird Veeam eingesetzt, auch für die Oracle-Datenbanken.
Es findet jeden Tag eine Sicherung der virtuellen Maschinen statt. In diesen Sicherungen sind auch die archivierten RedoLogs enthalten.

Hier ein Screenshot der Sicherung der Oracle-Umgebung:

Disaster Recovery mit Veeam - veeam1

Ausfall der Oracle-Datenbank – Disaster Recovery mit Veeam

Nun fällt an einem Vormittag der Oracle-Datenbank-Server mit der Zeiterfassung durch einen Hardware-Fehler aus, der Host ist nicht reparabel.

Temporär lassen sich die Zeitangaben der Mitarbeiter sicher manuell in einer Liste erfassen und dann entsprechend in der Datenbank nachtragen. Jedoch ist das kein Zustand für mehrere Tage, da der Aufwand der manuellen Pflege und des manuellen Nachtragens zu hoch ist. Zudem ist das Vorgehen sehr fehleranfällig. Daher sollte die Datenbank schnellstmöglich wieder online gehen.

Dem Datenbankadministrator stellt sich jedoch die Frage, wie er in einem solchen Szenario schnellstmöglich wieder an die Datenbank kommt, damit die User diese wieder nutzen können? Und natürlich mit möglichst wenig Datenverlust!

Als Datenbankadministrator kenne ich natürlich das von Oracle mitgelieferte mächtige Tool RMAN (s. Blog-Beitrag Oracle-Backup mit Bordmitteln – RMAN einfach erklärt) zum Backup und Restore/Recover einer Datenbank. Jedoch hat dieses Tool in unserem Szenario ein paar Haken:

Da der ESX-Host nicht mehr läuft, muss ich zuerst einen neuen ESX-Host installieren, dann eine neue virtuelle Maschine erstellen (möglichst nahe an dem, was ich hatte). Als Nächstes muss ich dann die Oracle-Software installieren. Nun kann ich endlich RMAN nutzen und einen Restore der Datenbank-Files machen und dann die archivierten RedoLogs einspielen, um die Datenbank wieder so weit herzustellen mit möglichst wenig Datenverlust. Dabei gibt es eine weitere „Unbekannte“ in der Gleichung als Herausforderung: Weiß ich, wo das Backup der Datenbank liegt? Lag es auf der gleichen Maschine? Dann sind die Daten verloren; waren die Daten auf Tape: Wie komme ich da wieder dran?

Alles in allem nicht sehr komfortabel.

In unserem Szenario gestaltet sich der Vorgang wesentlich einfacher, da der Kunde Veeam nutzt. Veeam bietet 2 Wege, um die virtuelle Maschine samt Datenbank wieder verfügbar zu machen:

Variante 1: Instant Recovery

Mit Instant Recovery kann man eine virtuelle Maschine, in unserem Fall unsere Oracle-VM, direkt aus dem Backup starten, sodass sie in unter 15 Minuten wieder betriebsbereit ist. Dazu bietet Veeam einen Wizard an, der mir erlaubt, das passende Backup und den Ziel-Host für den Restore auszuwählen:

Disaster Recovery mit Veeam - Anzeige der Restore-Points

Anzeige der Restore-Points

Nachdem ich den richtigen Restore-Point ausgewählt habe – in unserem Beispiel ist nur einer vorhanden –, geht es im Wizard weiter. Da in unserem Beispiel der ESX-Host defekt ist, kann ich hier direkt den neuen ESX-Host angeben.

Disaster Recovery mit Veeam - Auswahl der Location für den Restore

Auswahl der Location für den Restore

Ich kann für den Restore auch direkt verhindern, dass das Netzwerk online ist, damit es keine IP-Adresskonflikte gibt.

Disaster Recovery mit Veeam - Netzwerk-Einstellungen

Netzwerk-Einstellungen

Nach dieser Auswahl startet Veeam die virtuelle Maschine direkt aus dem Backup. Die VM ist in kürzester Zeit wieder betriebsbereit. Ich kann nun Änderungen vornehmen, wie IP-Adresse, Name, etc.

Disaster Recovery mit Veeam - VM ist verfügbar

VM ist verfügbar

Nachdem ich das erledigt habe und bereits wieder auf der Maschine arbeiten kann, kann ich mittels „Migrate to production“ in Veeam die virtuelle Maschine während des laufenden Betriebes auf meinen Host migrieren lassen. Damit steht die Datenbank in kürzester Zeit wieder zur Verfügung.

Jetzt kann ich die Oracle-Datenbank mit normalen Mitteln recovern und die Datenbank ist wieder verfügbar.

Variante 2: Explorer für Oracle

Sollte in unserem Szenario der ESX-Host noch verfügbar sein, kann man auch nur die Oracle-Datenbank recovern. Dies geht, solange die virtuelle Maschine nutzbar und nur die Datenbank defekt ist.

Dazu nutze ich in Veeam den Explorer für Oracle. Hier kann ich genau mittels Zeitleiste den Zeitpunkt ermitteln, zu dem die Datenbank wiederhergestellt werden soll. Nachdem ich dies ausgewählt habe, restored Veeam die Datenbank sauber innerhalb kurzer Zeit.

Fazit

Als Fazit lässt sich festhalten: Mit Veeam kann ich in kürzester Zeit aus einem Backup die virtuelle Maschine samt Applikation wiederherstellen. Ich brauche mir keine Gedanken zu machen, wo die Files liegen, sofern auf der Platte, dem Storage etc. genügend Platz ist.

Dazu kommt der Automatismus z. B. bei Datenbanken mit der Sicherung der archivierten RedoLogs. Da Veeam diesen zusätzlichen Job durch die Konfiguration gesteuert (Auswahl Datenbank-System bei der Einrichtung des Backups) automatisiert einrichtet, weiß ich, dass ich sowohl Datenbank als auch LogFiles im Backup habe.
Gerade bei Datenbanken sind Sicherungen der Logs enorm wichtig, um beim Restore die Datenbank wieder auf den letzten verfügbaren Stand zu bringen.

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Kategorie: Oracle-Database | Schlagwörter: , , | Kommentare: 0

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