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< Beitrag von Miriam Stuhlmacher

Erfolgreiches IT-Sourcing: Lessons learned mit Volkswagen

Die IT sieht sich vor der dauernden Herausforderung „Do more with less“. Häufig ist dieses Statement mehr als negativ behaftet und wird als Peitschenhieb auf den Prügelknaben IT verstanden. Weniger Budget für mehr Anforderungen.

Was, wenn wir unser Herangehen an dieses Statement verändern, die Perspektive wechseln und als Teil einer Strategie verstehen, die in der Lage sein muss, eine IT zu entwickeln? Was, wenn aus dem Dogma „Mach mehr mit weniger“ die Befähigung wird, sich von der Bauchladen-IT zum Sourcing-Strategen zu entwickeln, der mit weniger „Kistenschieberei“ mehr gezielte Service-Strategie macht, weil er IT-Services zukauft, statt alles selbst zu erbringen?

Voraussetzung für eine geeignete Sourcing-Strategie

Eine Sourcing-Strategie zu entwickeln und diese auch langfristig erfolgreich umzusetzen, beginnt mit einem Perspektivenwechsel und endet in anspruchsvollen, neuen Herausforderungen. Die IT verlässt die Rolle des Erbringers und übernimmt die Rolle des Vermittlers und Managers von IT-Services – des IT Service Brokers.

Ein erfolgreiches IT-Sourcing erfordert eine Balance zwischen den neuen Anforderungen und dem Leistungsangebot. Die Analyse der eigenen, internen Fähigkeiten und der Entscheidung, welche „Kiste“ nicht mehr selbst geschoben wird. Es erfordert ein proaktives Management der Chancen und Risiken, sowie die Fähigkeit sein Tun aus der Retrospektive zu betrachten.
Outsourcing ist grundsätzlich keine neue Erfindung der Digitalisierung oder der IT im Wandel. Dies wird längst in anderen Branchen umgesetzt, ein Beispiel ist die Automobilbranche.

Anforderungen an eine geeignete Sourcing-Strategie

Bei der Entwicklung einer Sourcing-Strategie sollte die IT stets die Gründe, welche für eine Auslagerung sprechen, präsent haben und prüfen. Das gilt für jede Strategie und ihre unterschiedlichen Konzepte zur Beschaffung.

Welche Probleme sich beispielsweise in einer Single Sourcing-Strategie entwickeln können, erleben wir aktuell beim Autobauer Volkswagen. Mit dem Single Sourcing regelt man die Beschaffung definierter Dienstleistungen über nur einen Zulieferer. Neben der vertrauensvollen und weniger aufwändigen Zusammenarbeit ergibt sich daraus auch eine starke Abhängigkeit. Fällt die Lieferung des Dienstleisters aus, können sich daraus geschäftskritische Seiteneffekte bilden.

Die Werke stehen still.

Ein weiterer elementarer Punkt jeder Sourcing-Strategie sind die Verträge. Neben der allgemeinen Betrachtung sollte man die Verträge auch immer im Hinblick auf einen frühzeitigen Providerwechsel prüfen. Im Idealfall wechselt man den Provider beim Auslauf der Vertragslaufzeit. Ist ein Wechsel früher notwendig, sollte geregelt sein, inwieweit der Dienstleister beim Providerwechsel unterstützen muss. Hier gilt ebenfalls die beständige Überprüfung der Motive zum Wechsel oder ob eine neue Verhandlung der Verträge nicht unkomplizierter ist.

Auch hier scheint es, als hätte Volkswagen seine Hausaufgaben nicht gemacht. Unklarheiten in den Verträgen und eine offensichtlich nicht ausreichend überprüfte und durchdachte Sourcing-Strategie führen jetzt zu langwierigen und vor allem teuren Verhandlungen.

Die richtigen Sourcing-Strategien zu entwickeln und erfolgreich umzusetzen, gelten als neue Herausforderungen der IT im Wandel. Ein Vorteil, den die IT hat, um diese Aufgabe zu lösen, ist, dass sie nicht nur aus ihren eigenen Fehlern und Erfolgen lernen kann, sondern auch von denen anderer Branchen.

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Kategorie: ITSM | Schlagwörter: , , | Kommentare: 0

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