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< Beitrag von Sebastian Frechen

Bimodale IT: Agilität vs. Stabilität von IT-Systemen

In unserem letzten Beitrag haben wir bereits zum Thema „Bimodale IT oder Hybrid IT – wo geht die Reise hin?“ bzw. über die zukünftige Ausrichtung der Unternehmens-IT berichtet – wo wir auch die Frage „Wie mittelstandskonform ist bimodale IT oder Hybrid IT?“ behandelt haben.

Ende Juni luden wir erneut eine exklusive Gruppe von CIOs namhafter Unternehmen zur jährlichen ORBIT-CIO-Konferenz auf den Jakobsberg bei Boppard ein. Der Titel der diesjährigen Konferenz lautete „Bimodale IT: Agilität vs. Stabilität von IT-Systemen – Konvergenz der Systeme oder Paradigmenwechsel der Zukunft?“

Cloud Computing – Opex vs. Capex war gestern!

Start der Veranstaltung war ein Impulsvortrag, der als Ausgangspunkt die Frage „Was ist eigentlich aus der Cloud geworden?“ behandelt hat.

Die Grundidee von Cloud Computing entspricht einer maßgeblichen Erkenntnis der industriellen Revolution: Statt IT überall dort zu erzeugen, wo sie gebraucht wird, verteilen zentral organisierte Großproduzenten die IT bedarfsgerecht.

Die ursprünglichen Ziele der ersten Cloud-Diskussionen waren:

  • Kosten senken
  • Opex statt Capex
  • Flexibilität erreichen
  • Performance nutzen
  • Sicherheit schaffen

Dass Cloud nicht nur ein Trend ist, sondern bereits Realität, verdeutlicht folgendes Schaubild:

Bimodale IT – Cloud-Befürworter

Zukünftig werden Unternehmen Hybrid- bzw. Multi Cloud Deployment-Modelle betrieben, was u. a. durch eine Studie von Crisp Research bestätigt wird.

Bimodale IT – Cloud Deployment Modell

In der Zwischenzeit haben sich die Zielsetzungen bzw. strategischen Gründe für den Einsatz von Cloud Services jedoch drastisch verändert. Im Vordergrund stehen die hohen Anforderungen der externen bzw. internen (Fachabteilungen) Kunden gefolgt von der Herausforderung, Innovationen und das Thema Digitalisierung unterstützen zu können. Kosteneinsparung durch den Einsatz von Cloud Services ist mittlerweile keine Top-Priorität mehr in den Unternehmen!

Zusammenfassend zum Thema Cloud bedeutet es:

  • Cloud funktioniert und existiert
  • Kosten sind nicht mehr der Treiber
  • Cloud-Projekte sind kompliziert
  • Prozessveränderung und -verbesserung werden nicht einfacher durch den Einsatz von Cloud-Technologie

Bimodal, multimodal, agil oder hybrid?

Als Abschluss des Impulsvortrags wurde die Frage „Entwickelt sich die IT in Richtung einer bimodalen IT, multimodalen IT, Agile Development, Digitalisierung oder Hybrid IT?“ zur Diskussion gestellt. Die bimodale IT unterscheidet zwischen einer traditionellen und einer dynamischen IT. Die traditionelle IT beinhaltet die klassische Unternehmens-IT mit hoher Komplexität und operationeller Stabilität. Die Attribute sind kritisch, unflexibel und veraltet. Im Gegensatz dazu steht die dynamische IT für hoch innovative, schnelle Bereitstellung und modernen Service. Attribute sind skalierbar, agil und flexibel.

Bimodale IT vs. Hybrid IT

Die Mehrzahl der anwesenden Teilnehmer bestätigt diese Entwicklung und kann auch bereits Parallelen zu aktuellen Entwicklungen in den Unternehmen feststellen. Wichtig dabei ist es, die Fachabteilung aktiv dabei zu unterstützen, die Anforderungen umzusetzen. Die IT kann hierbei die Rolle des Beraters einnehmen.

Ebenfalls wurde in den Diskussionen bestätigt, dass viele Projekte im „dynamischen Teil“ Ressourcen aus der Public Cloud beziehen und es hier die Herausforderung gibt, diese in die bestehende Landschaft zu integrieren.

Nach einem Vortrag eines anwesenden CIOs zum Thema „Der Wandel von Führungs- und IT-Organisation im Zeitalter der Digitalisierung“ wurde die Notwendigkeit zur Einführung neuer Rollen im Unternehmen diskutiert, um die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern. Konkret ging es um die Etablierung eines CDO (Chief Digital Officer), eines CDMO (Chief Digital Marketing Officer) sowie eines CDCO (Chief Digital Customer Officer).

Durch die Diskussion der Teilnehmer wurde die oben stehende Grafik in folgende Grafik angepasst:

Bimodale IT vs. Hybrid IT – Enterprise Framework

Zukünftige Anforderungen an den CIO

Gemeinsam mit allen Teilnehmern wurde darüber diskutiert, welche Anforderungen durch oben stehende Veränderungen auf den CIO zukommen. Die Anforderungen wurden in die Dimensionen Know-how, Organisation, Prozesse und Security/Datenschutz gegliedert.

Know-how Organisation Prozesse Security/Datenschutz
Vertragsgestaltung und
Preismodelle
Klare umfassende Prozessdokumentation Definition von geschäftskritischen und Kundendaten
Innovationen/
innovativ sein
Paradigmenwechsel: ‚IT muss nicht alles lösen.‘ Standardisierung forcieren und agile Projekte Kernelement für alle Bereiche MUST HAVE
Geschäftsprozesse,
Business-Verständnis,
Verständnis Business, Needs,
Geschäftsverständnis, Produktverständnis
Organisation ohne Silo-Denken,
Vernetztes Denken und kein Silo-Denken
Dialog zu: ‚weg von Technik hin zu Prozessen/Service‘ Datenklassifizierung initial und fortlaufend
Moderation, Mediation,
Networking,
Politikfähigkeit, Teamfähigkeit,
Coaching und Projektleitung
Projektorganisation vor Linienorganisation Enterprise Framework für alle IT-Einheiten Service inkl. Security
Wahrnehmung/‚Obacht‘: Berater nicht Bremsklotz
Talent
Talent Management Verbindung von Geschäftsprozessen und Unterstützungsprozessen in neuer Art und Weise Verantwortung bei Core IT
Kreativität beim Umgang mit Daten Cloud Sourcing –> Cloud of Clouds Differenzierung zwischen Kernprozessen und flexiblen, marktnahen Prozessen Spagat zwischen Geschäftsfeldern
Impulsgeber CIO als Mitglied in der GF Prozessuales Denken nicht funktionales Wer ist der Stärkere
Enger Austausch mit Kunden/Partnern Zusammenwachsen von klassischer und dynamischer IT Dynamik Kronjuwelen identifizieren, Rest ignorieren
Übergreifendes Methodenverständnis Unterschiedliche Kulturen prallen aufeinander Verantwortung abgrenzen und beschreiben CISO etablieren
Transformation ‚Best Practice‘ Werte beider Welten verbinden Rolle im eigenen Unternehmen definieren Multiplattform, Absicherung
Multi-Technologie-Kenntnisse Flache Hierarchie Customer Experience antizipieren
Risikomanagement, Prozesse

Fazit – bimodale IT vs. Hybrid IT

Die Hybrid IT wird die Unternehmen inhaltlich noch die nächsten Jahre beschäftigen: Der Wandel zu einer zunehmend strategischen IT ist ein kontinuierlicher Prozess, der neue Kompetenzen der Mitarbeiter und eine neue inhaltliche Ausrichtung der IT erfordert.

Die Darstellung einer Hybrid IT ist eine gewisse Vereinfachung. Diese führt dazu, dass unternehmensintern das Verständnis für Veränderungen und die notwendige Akzeptanz verbessert werden.

Die traditionelle IT ist eher für selektives Outsourcing geeignet – die dynamische IT hingegen ist eher für innovative Cloud-Angebote prädestiniert.

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Kategorie: Cloud | Schlagwörter: , , | Kommentare: 0

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