single.php
< Beitrag von Patrick Sender

SharePoint On-Premises oder Office 365

SharePoint On-Premises oder Office 365? – Diese Frage stellen Kunden und Interessenten sehr häufig. In den meisten Fällen ist die Antwort auf diese Frage jedoch nicht einfach. Handelt es sich z. B. um ein Start-Up oder kleines Unternehmen, deren Systeminfrastruktur quasi nicht vorhanden ist, kann man mit Office 365 innerhalb kürzester Zeit seinen Mitarbeitern die entsprechenden Anwendungen wie z. B. Outlook, Microsoft Word, Skype for Business und SharePoint zur Verfügung stellen. Der Aufbau einer analogen On-Premises-Infrastruktur würde sich über Tage hinausziehen und bedarf zudem auch dem Wissen der einzelnen Anwendungen und Systeme, um diese entsprechend zu installieren und zu konfigurieren. 

Die Unterschiede von SharePoint On-Premises und Office 365

Aber wie sieht es in den Unternehmen aus, die bereits über eine vorhandene Infrastruktur verfügen? Eine allgemeine Aussage ist hier nicht möglich, es hängt sehr von den Anforderungen und der Beschaffenheit der Systeme des Unternehmens ab. Um überhaupt eine Empfehlung abgeben zu können, ist eine Gegenüberstellung der beiden Welten hilfreich.

Im Folgenden werde ich die Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten aufzeigen (die Übersicht der Auflistung SharePoint On-Premises und Office 365 ist mit Sicherheit nicht komplett und dient einer Näherung für ein besseres Verständnis):

Thema On-Premises Office 365
Infrastruktur
  • Die Systeme werden lokal oder auch in ausgelagerten Rechenzentren durch die eigene IT betrieben.
  • Eine Skalierbarkeit der Systeme ist immer abhängig von der verfügbaren Hardware und deren Auslastung.
  • Die Systeme werden durch Microsoft in dessen Rechenzentren betrieben.
  • Bei Bedarf weiterer Skalierung, wie z. B. der Akquise einer Firma und der Eingliederung mehrerer hundert neuer Mitarbeiter, werden die Systeme bei Microsoft überwacht und entsprechend skaliert, ohne Einbußen der Performance oder Funktionalität aufzuweisen.
Ressourcen/Wissen
  • Das Wissen zum Betreiben und zur Wartung der Systeme muss ebenfalls im Haus vorliegen oder bei Bedarf durch externe Dienstleister eingekauft werden.
  • Microsoft stellt die Ressourcen und das entsprechende Wissen zum Betrieb, zur Weiterentwicklung und Überwachung der Systeme bereit.
Updates/Patches
  • Die Patches werden durch die interne IT oder auch externe Dienstleister eingespielt.
  • In der Regel ist mit dem Einspielen der Patches auch eine Downtime der Server verbunden.
  • Zudem können manuell nachgelagerte Konfigurationsschritte vonnöten sein.
  • Die Patches werden durch Microsoft vorgenommen.
  • Die Anwender bekommen, außer der Bereitstellung neuer Funktionalitäten, von dem Einspielen nichts mit. Eine Downtime der Server ist nicht vorhanden.
  • In Office 365 findet zudem durch die Continuous Integration eine fortwährende Weiterentwicklung und Bereitstellung neuer Funktionalitäten statt.
Datenhaltung
  • Die Speicherung der Daten verbleibt zu 100 % im Unternehmen und kann durch die interne IT gesteuert werden.
  • Die Sicherung der Daten wird ebenfalls durch die interne IT verwaltet.
  • Die Daten in Europa werden je nach Region in den Rechenzentren in Irland, Niederlande, Finnland oder Österreich gespeichert.
  • Die Telekom plant zudem auch Office 365 in Deutschland bereitzustellen.
Datensicherheit
  • Die interne IT ist für die Sicherheit der Unternehmens-daten selbst verantwortlich.
  • Je nach Anforderungen und/oder Regularien kann dies eine sehr komplexe Aufgabe für die IT darstellen.
  • Es müssen Datensicherungen ausgeführt werden, Notfallszenarien definiert sein und die Systeme müssen nach außen vor Angriffen geschützt werden.
  • Die Online-Services-Rechenzentren von Microsoft sind gemäß den Normen SAS 70 und ISO27001 zertifiziert und erfüllen somit höchste Sicherheitsstandards.
  • Die Einhaltung dieser Standards wird von unabhängigen Dritten geprüft.
  • Microsoft verlangt zudem sichere und starke Passwörter, so dass die Anwender den Zugang selbst schützen können.
  • Alle Daten, die ein Anwender im OneDrive for Business ablegt, sind zunächst nur für den Anwender einsehbar.
  • Der Anwender kann selbst entscheiden, mit wem die Daten geteilt werden sollen.
  • Die Sicherheit der Daten (also der Verlust von Daten) wird durch bestehende SLAs mit Microsoft definiert.
Entwicklung
  • SharePoint Server On-Premises lässt sich wie gewohnt durch eigene Entwicklung erweitern.
  • Man kann z. B. als Entwickler über Server Side Code auf den Server zugreifen.
  • Auch in der Administration kann man auf die vollständigen PowerShell-Funktionalitäten zurückgreifen.
  • Im Bereich der Entwicklung gibt es die größten Unterschiede bzw. Hürden in Office 365.
  • So kann man in der Administration in Office 365 nicht auf den vollen Funktionsumfang der PowerShell zurückgreifen.
  • Des Weiteren sind die Zugriffsmöglichkeiten auf den SharePoint selber sehr eingeschränkt und die Nutzung von Server Side Code nicht möglich.

Fazit – keine klare Entscheidung zwischen SharePoint On-Premises oder Office 365 möglich

Wie bereits erwähnt, kann man keine konkrete Antwort geben, welches der richtige Weg oder die richtige Entscheidung eines Unternehmens ist.

Gerade die Start-Ups oder auch kleinen und mittelständischen Unternehmen verfügen über wenig bis keine Serverinfrastruktur. In diesen Fällen bietet es sich aufgrund der schnellen Bereitstellung einer flexiblen und leistungsstarken Infrastruktur und dem fehlenden Fachwissen an, eine Investition in die Cloud zu tätigen und somit Investitionen in die IT-Infrastruktur einzusparen.

Die Unternehmen mit bereits vorhandener Serverinfrastruktur können ebenfalls von der Bereitstellung der Infrastruktur profitieren. Das Monitoring und die Wartungsaufgaben der internen IT-Abteilungen würden zu einem Großteil ausgelagert. Dadurch frei werdende Kapazitäten können dafür genutzt werden, auf die Anforderungen der eigenen Anwender bzw. des Unternehmens einzugehen und die benötigten Werkzeuge zum täglichen Arbeiten bereitzustellen. Ein weiterer Vorteil der Cloud ist zudem die Datensicherheit – die Einhaltung der ISO-Normen im eigenen Unternehmen sicherzustellen, erfordert ein hohes Fachwissen und die Bereitstellung der benötigten Ressourcen – Hard- und Software gleichermaßen.

In Bezug auf die Entwicklung muss man nach den Anforderungen unterscheiden und abwägen, wie man mit den derzeitigen Limitierungen in Office 365 umgeht – wobei man natürlich immer versuchen sollte, so nah wie möglich am Standard des Produkts zu bleiben. Die Möglichkeiten, welche Office 365 den Unternehmen bieten kann, sind vielfältig. Meiner Meinung nach wird der Weg in die Cloud über die hybriden Szenarien stattfinden und On-Premises wird uns noch eine lange Zeit begleiten.

Folgen
X

Folgen

E-mail : *
Kategorie: SharePoint | Schlagwörter: , , | Kommentare: 0

Beitrag kommentieren

CAPTCHA * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.