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< Beitrag von Ulrich Villers

ITSCM-Notfallhandbuch für die Trennung mit Ansage

Die Briten sind aus der EU ausgetreten. Heulen und Zähneklappern und kopflose Reaktionen. So wirkt es zumindest.

Kommt Ihnen diese Situation vielleicht bekannt vor? In großen Unternehmen kommt es auch zu „Abspaltungen“ von Unternehmensteilen. Ein Teil des Unternehmens wird von der Mutter getrennt und ab z. B. dem nächsten Quartal muss das neue Unternehmen auf eigenen Beinen stehen – auch die IT-Dienste. Wir zeigen in diesem Beitrag, wie ein ITSCM-Notfallhandbuch bei solch einer Trennung helfen kann.

Der IT-Verantwortliche steht bei der Trennung von zwei Unternehmensteilen vor vielen Herausforderungen, u. a.:

  • Welche IT-Dienste sind unternehmenskritisch?
  • Woher werden die IT-Dienste heute bezogen?
  • Wie viele und welche Lizenzen werden genutzt? Werden alle wirklich benötigt?

Alles Fragen, die auf einmal wichtig sind und die hektisch bearbeitet werden. So kann es z. B. passieren, dass am Ende jede Abteilung aus der Not heraus eigene IT-Service-Verträge abschließt, die sich aber untereinander nicht decken.

Hier folgt nach der Entscheidung oft Stillstand. „Mit operativer Hektik geht meist geistige Windstille einher“, so ein Kunde von uns (IT-Leiter), der häufig mit Umstrukturierungen beschäftigt ist.

Wie aber kann man Hektik und Planlosigkeit vermeiden?

Exit-Strategie: Mit einem ITSCM-Notfallhandbuch für den Ernstfall gewappnet sein

Es wäre daher hilfreich, vor einem solchen Ereignis einen Plan in der Tasche zu haben. Aber sich vorher mit einer Trennung vom Mutterkonzern beschäftigen, der gar nicht ansteht? Der unter Umständen nie geschieht? Verschenkte Zeit! Aber wenn wir die Trennung mit einem Notfall vergleichen, sieht man dies in einem anderen Licht. Die Lösung: IT Service Continuity Management (ITSCM)!

Ein ITSCM-Notfallhandbuch soll gerade in der „kopflosen“ Zeit der Panik helfen. Heißt auch: Man hat sich im Vorfeld, das heißt in Ruhe und mit Zeit Gedanken über die unternehmenskritischen Systeme gemacht und Informationen über deren Betrieb und Einsatzzweck im Unternehmen zu Papier gebracht. Mithilfe des Notfallhandbuchs kann man dann auch die IT z. B. nach einer Trennung vom Mutterkonzern planen. Im Prinzip ist so eine Trennung nichts anderes als ein Notfall mit Ansage. Ein Notfallhandbuch sollte sowohl Pläne für die Geschäftsfortführung als auch Pläne für den Wiederanlauf bereithalten. In diesen Plänen wird festgehalten, welche Systeme welche Geschäftsprozesse unterstützen und welche unabdingbar für den Fortbestand des Unternehmens sind. Eine Anleitung, wie diese Systeme dann wieder in Betrieb zu nehmen sind bzw. wie ein Ausfallrechenzentrum in Betrieb zu nehmen ist, sollte ebenfalls enthalten sein (siehe auch Artikel Notfallhandbuch vom BSI).

ITSCM-Notfallhandbuch

Höhere User-Akzeptanz dank Awareness-Kampagne

Trotzdem ist ein Notfallhandbuch nicht das Allheilmittel: Selbst wenn Sie ein ITSCM-Notfallhandbuch erstellt und eine BIA-Analyse (Business Impact Analyse – auch hier sieht man am Brexit: Recht hat, wer die Analyse durchführt) durchgeführt haben; Hand aufs Herz: Sind die Daten aktuell? Oft krankt es doch an der Akzeptanz der Kollegen.

Eine Awareness-Kampagne könnte hier sicherlich helfen. Viele Unternehmen nutzen Pappaufsteller, Infobriefe oder einen Artikel in der internen Zeitung, um Bewusstsein zu schaffen. Aber wie sieht es mit der Akzeptanz der Kollegen aus? Zum Brexit gibt es eine Umfrage nach Wählergruppen. In der Bevölkerungsgruppe ab 65 Jahren waren 60 % für einen Brexit, in der Altersgruppe 18 – 24 nur noch 27 %. Die Zusammensetzung und Einstellung der User ist ein Aspekt, den man auch bei einer ITSCM-Awareness-Kampagne beachten sollte. Gerade der Unterschied im Umgang mit neuen Technologien kann bei Nutzern verschiedener Altersgruppen groß sein und damit den Erfolg der Kampagne stark beeinflussen. Bildschirmschoner zum Thema, Apps oder ein Browser-Spiel sind denkbare Alternativen zu den klassischen Maßnahmen. Genauso wie Mr. Cameron auf seine Wähler hätte eingehen müssen, muss man die Unternehmensstruktur analysieren und solche Kampagnen zielgruppengerecht anpassen.

Unsere Empfehlung: offene und klare Kommunikationsstrategie

Nicht nur das Wie, sondern auch das Was, also die Inhalte, ist entscheidend. In der Nacht der Wahl erreichten die Abfragewerte bei Google nach dem Brexit von der britischen Insel nicht geahnte Höhen. Damit die wilde Google-Suche ausbleibt, sollte die Kommunikation zu ITSCM von Anfang an offen und informativ sein. Richten Sie Ihre eigene „Google-Anfragestelle“ ein. Jedes Unternehmen lebt ITSCM schließlich etwas anders und die passende Lösung findet man nicht immer im World Wide Web.

Beim Brexit bleibt die Frage: Wer braucht ein Notfallhandbuch dringender – die EU, Großbritannien oder beide?

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Kategorie: ITSM | Schlagwörter: , | Kommentare: 0

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