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< Beitrag von Patrick Sender

Hybride Szenarien mit SharePoint Server 2016

Das Wort hybrid kursiert bereits seit längerer Zeit in der IT-Welt und den Medien. Aber was genau bedeutet hybrid in Bezug auf Microsoft SharePoint Server und Office 365 für das Unternehmen? Welche hybriden Szenarien mit SharePoint Server 2016 gibt es? Seit der Einführung von Office 365 oder auch der Microsoft Azure-Plattform und den Möglichkeiten, die eigenen IT-Systeme oder Anwendungen auszulagern, wird die Frage nach dem Verbleib der eigenen Infrastruktur immer größer.

Möchte man die Kontrolle vollständig abgeben oder doch weiterhin die Hoheit über einzelne Systeme selber verwalten? Bei der vollständigen Auslagerung führt der Weg unmittelbar in die Cloud – sei es nun public oder auch private Cloud. Bei einer teilweisen Auslagerung möchte man diese Systeme jedoch nicht autark betreiben, sondern in die bereits bestehende Infrastruktur integrieren und eine homogene Plattform erschaffen. Und hier kommen die hybriden Szenarien ins Spiel. Microsoft hat durch die Unified Code Base von Office 365 und dem SharePoint Server 2016 die Möglichkeiten des hybriden Zusammenspiels erheblich verbessert.

Nahtlose Integration

Sie setzen in Ihrem Unternehmen einen SharePoint Server On-Premises ein und besitzen zudem auch einen Office 365 Tenant. Das Active Directory (AD) ist lokal in Ihrem Unternehmensnetzwerk eingebunden. Im Zuge einer hybriden Konfiguration wurde das AD durch eine entsprechende Schnittstelle (z. B. Azure AD Connect) synchronisiert. Die Anwender setzen somit nur ein einziges Benutzerkonto ein und haben die Möglichkeit, auf Informationen in beiden Systemen gleichermaßen zuzugreifen ohne spürbare Nebeneffekte, wie z. B. einer wiederkehrenden Anmeldemaske oder dem Hin- und Herspringen zwischen einzelnen Masken. Durch den App-Launcher ist zudem eine einheitliche Navigation in beiden Systemen vorhanden und es werden Webseiten sowohl von On-Premises als auch von Office 365 angezeigt. Für den Anwender ist es letztendlich egal, mit welchem System er seine Arbeit verrichtet.

OneDrive for Business

Wenn man das hybride OneDrive konfiguriert hat, werden die lokalen Dateien zu OneDrive for Business in Office 365 synchronisiert. Der Anwender ist somit in der Lage, die mit Office 365 synchronisierten Dateien mit wenigen Klicks  externen Personen freizugeben und entsprechend die Zusammenarbeit und Kommunikation zu vereinfachen. Der einheitliche mobile Zugriff aus Android, iOS oder auch Windows-Phone wurde erheblich verbessert.

Hybride Integration der Suche

Mit der hybriden Suche mit SharePoint Server 2016  wurde meiner Meinung nach die wertvollste Verbesserung durch Microsoft bereitgestellt, wobei sich einige der Funktionalitäten noch in der Preview befinden. Generell ist die hybride Integration der Suche keine Neuheit. Bereits in SharePoint Server 2013 war es möglich, eine hybride Suche zur Verfügung zu stellen. Allerdings waren die Benutzerfreundlichkeit und die Konfiguration nicht zufriedenstellend.

Mit SharePoint Server 2016 gibt es jetzt nur noch eine Search Query, um die Inhalte aus On-Premises oder online abzurufen und anzeigen zu lassen. Die Inhalte vom On-Premises-Server werden gecrawlt und es wird in Office 365 der Index erstellt. Und auch hier steht immer das “Security Trimming” im Vordergrund, d. h. es werden nur die Daten und Informationen zur Verfügung gestellt, für die ein Anwender die entsprechenden Berechtigungen besitzt. Des Weiteren ist es möglich, On-Premises-Daten mit Office Graph und Delve zu vereinen, sodass Inhalte aus beiden Welten aggregiert werden. Delve vereinfacht das Suchen von Informationen, da es dem Anwender proaktiv Informationen liefert, die relevant sein könnten oder auch kürzlich bearbeitet wurden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass diese Funktionen derzeit nur für die Cloud gelten.

Voraussetzungen für hybride Szenarien mit SharePoint Server 2016

Hybride Welt, Zugriff auf alle Daten von überall und jederzeit – hört sich doch super an. Hybride Szenarien mit SharePoint Server 2016Aber wie sehen die Voraussetzungen überhaupt aus, um das folgende Schaubild auch zu realisieren?

Als Allererstes wird eine Office 365 Enterprise Subscription sowie ein SharePoint Server 2013/2016 Enterprise benötigt. Sind die Lizenzen und die Infrastruktur vorhanden, ist eine weitere wichtige Voraussetzung die Identität – denn ohne Identität keine hybride Lösung. Identitäten kann man in 4 Hauptkategorien einteilen:

  • On-Premises Identity
  • Cloud Identity
  • Directory & Password Sync
  • Federated Identity

Die Verfügbarkeit einer hohen Bandbreite und eines entsprechend schnellen und zuverlässigen Internetzugangs ist unabdingbar. Diese sollte im Vorfeld überprüft und getestet werden. Hierzu kann man das Office 365 Network Analysis Tool (EMEA) verwenden. Weiterführende Informationen findet man auch in der Netzwerk- und Migrationsplanung.

Eine öffentliche Domäne und die Synchronisation des Active Directory (Azure AD Connect) bzw. die Konfiguration der Active Directory Federation Services (ADFS) sind weitere wichtige Bestandteile. Hierzu wird derzeit noch jede Menge PowerShell-Wissen verlangt, um eine reibungslose Integration zu garantieren. Eine One-Click-Bereitstellung der hybriden Umgebung ist derzeit Zukunftsmusik, aber wir unterstützen Sie gerne beim Aufbau Ihrer Hybridwelt.

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Kategorie: SharePoint | Schlagwörter: , , , , | Kommentare: 0

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