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< Beitrag von Ulrich Villers

Agiles CMMI, ITIL und Scrum

Plant man eine Umsetzung der IT-Prozesse nach ITIL, landet man sehr schnell bei PRINCE 2. Beide Frameworks scheinen eng miteinander verknüpft zu sein. Auf der einen Seite Best Practices für eine IT-Organisation (ITIL) und auf der anderen Seite ein Projekt-Framework. Aber warum einen Best Practice-Ansatz mit einem relativ starren Projekt-Framework verbinden?

Egal ob PRINCE 2, PMI oder das Wasserfallmodell, man muss vorher einen Anforderungskatalog erstellen, den man mithilfe von Arbeitspaketen (Workpackages) abarbeitet. Änderungen, die auf dem Weg zwangsläufig auftreten, werden als sogenannte Changes in den Projektplan aufgenommen und nach Kosten und Zeit eingerechnet. Der Nutzen steht oft hinten an, hat man doch einen festen Projektplan mit Meilensteinen, den es zu erfüllen gibt.

Agilität dank Scrum

Agile Methoden, wie z. B. Scrum, scheinen hier ein Versprechen auf maximale Flexibilität zu geben. Entspricht das der Wirklichkeit? Auch bei Scrum sollte zu Beginn eine Vorstellung der Aufgaben bestehen, der Product Backlog. Meist ist dieser etwas gröber ausformuliert und – was hier wesentlich ist – rein fachlich formuliert. Die Einträge im Product Backlog enthalten noch keinen Hinweis auf die technische Umsetzung! Wie klingt das für Sie? Ein Traum, oder? Stellen Sie sich vor, ein Eintrag heißt, es soll ein Tool für den Service Desk eingeführt werden, dass Tickets via Webschnittstelle und E-Mail erfassen kann.

Agiles CMMI zur Prozessverbesserung

Die Aufgabe könnte in mehrere Sprints aufgeteilt werden. Der erste Sprint könnte dazu dienen, die bestehenden und gewünschten Prozesse zu erfassen und zu dokumentieren. Mit diesen Informationen geht man dann in die nächsten beiden Sprints und sucht das für die Organisation und Zweck am besten passende Tool. Sprint vier und fünf dienen dann der Installation und Einführung und ein etwaiger Folgesprint könnte die Erfassung von KPIs enthalten.

Haben Sie mitgezählt? Fünf Sprints von jeweils max. vier Wochen. Ein halbes Jahr für die Installation eines Service Desk Tools? Das geht doch schneller? Wirklich? Hand aufs Herz, wie lange dauert die Akzeptanz i. d. R., bis ein Tool genutzt wird? Wie lange nach der Installation werden KPIs eingeführt? Sicherlich sind fünf Monate viel, aber nebenbei hat man auch CMMI-Level 3 erreicht. Man erspart sich das Aufsetzen eines neuen Projektes zur Prozessverbesserung und kann den Schwung direkt nutzen, um vielleicht noch bis CMMI-Level 5 im Service Desk zu gelangen. Anstatt eines starren Reifegradprozesses haben wir nun ein agiles CMMI. Mehr Ideen zu Reifegraden?

Im Whitepaper „Reifegrade – Qualitätsverbesserung oder Marketinggag?“ erfahren Sie, wie Sie mithilfe des Reifegradmodells CMMI eine Prozessverbesserung erreichen.

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