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< Beitrag von Jörg Schneider

FlashRecover Protection Policies – Protection like orange?

Wie in meinen beiden letzten Beiträgen (FlashArray//m-Architektur – was hat sich verändert? und Pure Storage vSphere Plugin – All-in-One-Administration aus VMware?) schon deutlich wurde, setzt Pure Storage auf das Prinzip: „Orange = einfach, zuverlässig und innovativ“

Ob dieses Versprechen für das Thema Protection eingehalten wird, prüfe ich, indem ich die zwei neuen Pure FlashArray//m aus unserem Demo-Pool in Bezug auf die Replikation, die Scheduled Snapshots, die Einfachheit und die Flexibilität für die Wiederherstellung teste. Pure Storage fasst diese Themen unter dem Begriff FlashRecover in der Purity-Betriebssystemumgebung zusammen.

Pure Storage FlashRecover Protection Policies – die Features

Die FlashRecover Protection Policies bieten neben asynchroner Replizierung auch die Möglichkeit, Snapshots der Volumes automatisch zu erstellen.

Snapshot Protection

  • Zuerst wird eine Protection-Gruppe erstellt. Als Grundlage für die Protection-Gruppe kann ein Host, eine Host-Gruppe oder ein Volume gewählt werden. Hier kann man die Basis für den Snapshot bzw. die Replikation frei wählen. Man kann neben den zeitgesteuerten Snapshots auch selbst noch Snapshots initiieren und direkt wählen, ob diese Snapshots repliziert werden sollen.
  • Snapshot-Intervall: In dieser Protection-Gruppe kann ausgewählt werden, in welchem Intervall Snapshots erstellt werden sollen: In einem Zeitraum zwischen 5 Minuten und  400 Tagen kann man sich für die Erstellung der Snapshots bewegen.
  • Aufbewahrung der Snapshots: In Abhängigkeit der Snapshots kann ausgewählt werden, wie lange die Snapshots aufbewahrt werden sollen. Hier ist ein Zeitraum zwischen 0 Minuten und 400 Tagen möglich. Als Ergänzung hierzu kann danach gewählt werden, wie viele Snapshots pro Tag für wie viele Tage aufbewahrt werden sollen. Maximal können 1.440 Snapshots pro Tag aufbewahrt werden für maximal 4.000 Tage. Dies bietet ausreichend Spielraum.

Replication Protection

  • Snapshot-Replikation: Nachdem man die Einstellungen für die Snapshot-Erstellung und -Aufbewahrung getroffen hat, kann man die Replikation der Snapshots einrichten. Hier kann pro Protection-Gruppe gewählt werden, wie oft Snapthots auf das verbundene Array repliziert werden sollen.
  • Unabhängigkeit: Diese Einstellungen stehen nicht in einer Abhänigkeit: Man kann zwar die Snapshot Protection mit der Replication Protection verbinden, muss es aber nicht. Somit kann auch z. B. nur die Replication Protection gewählt werden.
  • Asynchronität: Repliziert wird asynchron. Das System triggert einen Snapshot des Volumes und repliziert diesen – falls gewünscht – anschließend.

Replikation einrichten

  • Verbindung: Verbunden werden die beiden Arrays über eine LWL-Leitung. Anschließend bekommen die beiden Systeme eine IP-Adresse und werden über einen Key miteinander bekannt gemacht. Nun ist das Gerät bereit, Volumes zu replizieren.
  • Replizierung: Es können auch mehrere Arrays als Ziel für die Replizierung ausgewählt werden, sodass man seine Daten sogar auf eine Vielzahl an Flash Arrays replizieren kann.
  • Einstellungen: Nachfolgend ist die GUI-Übersicht der Einstellungen für Snapshots und Replikation abgebildet:

FlashRecover Protection

FlashRecover Protection Target

FlashRecover Protection Member

FlashRecover Protection Snapshot

Wiederherstellung von Snapshots

Im Falle des Zurückspielens der Snapshots kann entweder das vorhandene Volume ersetzt werden oder es wird ein Snapshot als Kopie des Volumes erstellt – dank Deduplizierung ohne jeglichen Platzverbrauch! So kann man möglicherweise Tests an Produktivdaten durchführen, ohne das Produktivsystem zu gefährden. Sehr praktisch und ein echter Mehrwert.

Ebenfalls sehr praktisch ist die Tatsache, dass die Snapshots untereinander unabhänig sind. Man kennt dies aus VMware-Umgebungen: Man erstellt regelmäßig Backups, zum Beispiel jede Woche. Nach zwei Wochen soll der Admin den Snapshot von vor zwei Wochen zurückspielen, weil man dort eine neue Software installiert hat, welche man nicht mehr haben möchte. Jetzt kommt der Benutzer zurück und möchte auf den Stand von letzter Woche noch einmal zugreifen, da er dort Daten auf dem System hatte, welche er aktuell noch benötigt. An dieser Stelle hat der VMware-Admin keine andere Wahl, als sein Backup zu Rate zu ziehen. Nicht aber mit den Snapshots von Pure Storage: Hier könnte er den Snapshot des Volumes, welcher nach wie vor vorhanden ist – auch nach der Zurückspielung – als Kopie bereitstellen, das Volume im ESX-Server mounten, die Festplatte mit den Daten an eine andere Maschine mounten und er hätte Zugriff auf die verloren geglaubten Daten erhalten. Dies sind nur wenige Mausklicks.

Beispiel FlashRecover Protection Sicherungsplan und Recovery

Im Folgenden zeige ich anhand von Screenshots einen Sicherungsplan und ein Recover-Beispiel mit unserem Pure Storage-Demosystem.

Als Ausgangssituation haben wir ein Windows 8.1-System in einem Volume liegen. Dieses System soll auf dem zweiten Pure Storage-System auf Grundlage eines replizierten Snapshots hinzugefügt und gestartet werden. Herausforderung: Es ist leider eine Datei auf dem Desktop gelöscht worden, welche wir unbedingt wieder haben wollen.

Windows 1

Auf dem zweiten Array wählt man den Snapshot aus, welcher zurückgespielt werden soll.

FlashRecover Protection Target

Anschließend kann man die Auswahl treffen, ob der Snapshot als neues Volume wiederhergestellt oder ob das vorhandene Volume ersetzt werden soll.

FlashRecover Protection

Nachdem das neue Volume erstellt wurde, muss dies noch an die ESX-Hosts gemappt werden.

   FlashRecover Protection Connect VolumeFlashRecover Protection Volme wählen

Da der Datastore nun wieder bereitsteht und an die ESX-Hosts bereitgestellt wurde, kann er jetzt in VMware hinzugefügt werden.

Wir geben dem Datastore eine neue Signatur und registrieren die Maschine erneut im vCenter.

FlashRecover Protection vSphere

Die Maschine startet neu und die Datei ist wieder verfügbar.

FlashRecover Protection Windows    FlashRecover Protection Flash4All

Orange = einfach, zuverlässig und innovativ!

Am Schluss stellt sich natürlich die Frage, ob sich auch bei den FlashRecover Protection Policies das Prinzip „Orange = einfach, zuverlässig und innovativ“ widerspiegelt.

Ich persönlich finde, dass die Replizierung sehr einfach in der Handhabung gehalten ist und trotzdem viele Möglichkeiten bietet. Diese Möglichkeiten geben Sicherheit für verschiedene Arten von Ausfällen oder zu Testzwecken. Sehr praktisch ist die schnelle Bereitstellung von kompletten Volumes, um z. B. an Produktivdaten oder produktiven Servern Patches zu testen ohne die Produktion in Gefahr zu bringen. Somit bewahrheitet sich für mich hier das Prinzip von Pure Storage wieder und man kann innerhalb von wenigen Minuten die FlashRecover Protection auf seinem Flash Array implementieren und sich dann schnell wieder anderen Dingen widmen.

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Kategorie: Datacenter | Schlagwörter: , , | Kommentare: 0

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