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< Beitrag von Benjamin Schneider

Oracle Singletenant – Ein Schritt in die Zukunft

Im Jahr 2013 hat Oracle die Datenbankversion 12c für seine Kunden freigegeben. Nach nunmehr zwei Jahren stehen viele vor der Entscheidung, ob ein Upgrade auf Oracle 12c durchgeführt werden soll oder nicht.

In meiner täglichen Praxis fällt mir immer wieder auf, dass bei vielen Kunden die Datenbank so installiert wurde, dass mit Hilfe der ORACLE-SID auf die Datenbank zugegriffen wird. Dies war auch ein Tenor auf der DOAG 2015 in Nürnberg.

Wie auf der DOAG 2015 von vielen Referenten zu hören war, soll die Möglichkeit des Zugriffes mit Hilfe der SID von Oracle abgeschafft werden, da in den Versionen nach 12c die Option der Installation und des Zugriffs mittels ORACLE_SID nicht mehr vorhanden sein und nicht mehr unterstützt wird.

Der Upgrade Guide von Oracle untermauert diese Aussagen:

8.1.1 Deprecation of Non-CDB Architecture

The non-CDB architecture is deprecated in Oracle Database 12c, and may be desupported and unavailable in a release after Oracle Database 12c Release 2. Oracle recommends use of the CDB architecture.

Künftig wird Oracle nach dieser Aussage nur noch die Möglichkeiten der Single- oder Multitenant-Installation anbieten und unterstützen.

Was ist Single-/Multitenant?

Ab der Datenbankversion 12c hat Oracle das Feature Singletenant bzw. Multitenant eingeführt. Bei diesen Begriffen geht es zunächst darum, dass als zentrale Basis eine Containerdatenbank (kurz CDB) auf einem Server erstellt wird. An diese CDB können dann Plugable-Datenbanken (kurz PDB) angefügt werden.

Der Unterschied zwischen Singletenant und Multitenant besteht lediglich darin, dass bei einer Singletenant nur eine PDB an die CDB angefügt werden kann. Bei einer Multitenant können bis zu 252 PDB angefügt werden. Multitenant ist ein kostenpflichtiges Feature der Enterprise Edition. Singletenant ist auch für Standard-Edition One, Standard Edition und Standard Edition 2 kostenfrei verfügbar.

 

 DB_Deployments

Warum Singletenant?

Wenn man nun also den Umstieg auf Oracle 12c vornehmen möchte, stellt sich bei der Installation der Datenbank die Frage, ob ich die „normale“ Installation durchführen oder eine Containerdatenbank erstellen möchte.

Wenn der Datenbank-Identifier angegeben werden soll, kann gewählt werden, ob eine Container- und eine Plugable-Datenbank erstellt werden soll:

02-advanced-install-configuration

Wie bereits erwähnt, sollte man hier die Container- bzw. Plugable-Datenbank wählen und diese Option testen, da der Zugriff über Oracle-SID bald nicht mehr verfügbar ist.

Es können ebenfalls folgende Verbindungsmöglichkeiten gewählt werden, um sich mit einer Datenbank zu verbinden:

Verbindung zur CDB-Datenbank:

Verbindungen direkt zur PDB

 

 Wechsel zwischen den Containern

 

Oracle hat für den Zugriff auf PDBs über Shell-Skripte ein Perl-Skript entwickelt, welches den Zugriff erleichtern soll. Dieses Skript ist in $ORACLE_HOME/rdbms/admin zu finden und nennt sich catcon.pl.

Hierauf werde ich in einem späteren Beitrag näher eingehen.

Fazit

Da Oracle in Zukunft die „normale“ Installation“ von Datenbanken nicht mehr anbieten möchte und der Zugriff mit Oracle-SID folglich nicht mehr möglich ist, sollte in absehbarer Zukunft Oracle 12c getestet werden, damit erste Erfahrungen gemacht werden können. Ebenfalls müssen alle Skripte, die sich gegen eine Datenbank verbinden, umgestellt werden.

Um in Zukunft nicht vor dem Problem zu stehen, dass zu viele Dinge angepasst werden müssen, sollte schnellstmöglich damit begonnen und kleinere Datenbanken auf die Oracle Singletenant-bzw. Multitenant-Option umgestellt werden.

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Kategorie: Oracle-Database | Schlagwörter: , , | Kommentare: 0

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