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< Beitrag von Jens Zange

Die IT-Organisation als internes Systemhaus?

Eine ITIL-Version 4 lässt auf sich warten, aktuell kann man nur weitere Zertifizierungen absolvieren, deren Sinnhaftigkeit durchaus in Frage gestellt werden darf. Sicherlich, der Titel „Practitioner“ klingt toll, vermissen doch viele gerade im ITIL-Framework oft den Praxisbezug und bemängeln zu viel Theorie. Doch ist diese neue Zertifizierung wirklich die Antwort?

Denkt man an eine ITIL-Ausrichtung in mittelständischen Unternehmen, hat man oft mit anderen Schwierigkeiten zu kämpfen als der reinen Prozesslast und den zu vergebenden Rollen. Oft mangelt es an einer realistischen Außensicht auf die IT, was bereits in einem vorherigen Blog-Artikel zum Thema „Selbstmarketing“  beleuchtet wurde.

Wo muss man ansetzen, wenn der CIO nicht für das Thema Marketing brennt und Außendarstellung ihm nicht liegt? Beim letzten ORBIT-Stammtisch wurden Möglichkeiten diskutiert, wie die IT-Abteilung der Zukunft aussehen könnte und welche davon sich eventuell sogar in einer zukünftigen ITIL-Version wiederfinden könnten.

Gute Arbeit leider schlecht vermarktet – Selbstmarketing der IT fehlt!

In aktuellen Umfragen wird nur selten mangelndes Know-how als Problem der IT gesehen, sondern wesentlich häufiger die bestehende Organisationsstruktur, mangelnde planerische und strategische Fähigkeiten sowie die fehlende Unterstützung durch das Top-Management. Genau diese Baustellen gilt es intern zu beheben, um als strategischer Partner wahrgenommen zu werden: zum vielzitierten „Business Enabler“.

Klar muss aber sein, dass dies mit dem bestehenden Ressourcenpool kaum zu realisieren sein wird, denn nur in den seltensten Fällen wird über Nacht das vertriebliche Geschick eines langjährigen Mitarbeiters innerhalb der Abteilung geweckt. Stattdessen sollte die IT sich öffnen und beim Scouting von Personal flexibler sein.

Frank Zappa sagte:

„A mind is like a parachute. It doesn’t work if it is not open.“

Seien wir also offen – offen für neue Ideen, offen für Kollegen, die eventuell nicht die „klassischen“ Qualifikationen mitbringen und somit frischen Wind, neue Ideen und Perspektiven ins Team einbringen können.

Sicherlich kann die Belegschaft der IT schon heute in zwei Archetypen unterteilt werden: die radikalen, meist jungen Umgestalter und die bewahrenden, auf den laufenden Betrieb gerichteten, konservativen Mitarbeiter. Zwischen den beiden Typen sind deutliche Kulturunterschiede möglich, wodurch Konflikte entstehen können.

Von Kulturunterschieden profitieren und die IT-Organisation anpassen

Eine Möglichkeit, solche Konflikte zu vermeiden und die verschiedenen Charaktere zielführend einzusetzen, wäre, die IT neu aufzustellen. Letztendlich muss die moderne IT-Organisation wie ein IT-Systemhaus aufgestellt sein: mit einer Vertriebsorganisation und einer Delivery.

Die Delivery muss nicht nur hausintern erfolgen, sondern kann extern zugekauft werden, darf also ganz dem stetig wachsenden Sourcing-Trend folgen. Auf den IT-Leiter kommt ein hoher vertrieblicher Anteil zu, den viele der aktuellen CIOs nicht leisten wollen und zum Teil von ihrer Persönlichkeitsstruktur her gar nicht leisten können. Hier kann durch die Schaffung und Etablierung neuer Rollen Raum für Innovation und verbessertes Selbstmarketing geschaffen werden. Wieso sollte eine solche Rolle nicht von einer technikaffinen Person besetzt werden, die von der bisherigen Vita eher einen Marketing- oder betriebswirtschaftlichen Background hat?

Immer up to date: So ist die IT gut aufgestellt!

Die Technik wird immer komplexer und die Herausforderungen immer vielschichtiger. Dies kann nur mit einer vielschichtigen und vor allem vielseitig aufgestellten IT bewältigt werden. Wer in alten Strukturen verharrt, verschläft die Zukunft der eigenen Abteilung und sich neuen Perspektiven zu öffnen, bedeutet nur, einen logischen Evolutionsschritt aktiv zu unterstützen.

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Kategorie: ITSM | Schlagwörter: , , , , | Kommentare: 0

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