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< Beitrag von Jens Zange

Weg vom ewigen Azubi-Dasein! – Selbstmarketing der IT

Laut einer Studie von Crisp Research sehen 83 % der befragten Manager und IT-Entscheider den Einfluss der IT auf den Geschäftserfolg und erwarten von den CIOs eine „Leadership“-Kultur.*

Diese Zeilen werden viele IT-Leiter mit einem lachenden und einem weinenden Auge lesen. Endlich wird der Einfluss der IT erkannt! Doch wieso muss diese positive Nachricht direkt mit einer Forderung verbunden sein? Und was soll „Leadership“-Kultur eigentlich bedeuten?

Der Stellenwert der IT

Seien wir ehrlich, mit der IT ist es oft wie mit dem Ex-Azubi und dem Ex-Studenten. In vielen Köpfen von Kollegen ist noch ein Stand abgespeichert, der vor zehn Jahren zeitgemäß war. Der ehemalige Azubi ist gedanklich immer noch Azubi und die ehemalige Turnschuh-IT wird kein Stück professioneller wahrgenommen als damals, obwohl in Wirklichkeit diverse Evolutionsstufen durchlaufen wurden.

Statt psychologisch zu beleuchten, woher dieses Verhalten kommt, ist es zielführender zu überlegen, wie man dagegen ankämpfen kann. Solange der IT-Leiter gedanklich der Anführer des Sneaker-Supports ist, hat er den Stellenwert eines besseren Hausmeisters und wer würde von so einer Person Führungsqualitäten erwarten?

Leadership-Kultur

Bei Begriffen wie „Führungsqualitäten“ und „Führer“ zucken Deutsche automatisch zusammen und schlagen eine Brücke 80 Jahre zurück. Um politisch korrekt zu bleiben, wenden wir uns „Führern“ in der aktuellen Zeit zu. Gemeint sind natürlich nicht hektische asiatische Reiseführer, die mit ihrem Regenschirm schwitzende Touristengruppen hinter sich herziehen, sondern vor allem Wirtschaftsgrößen der jüngeren Vergangenheit. Ist man erst dort angekommen, ist der Name Steve Jobs nicht weit. Auch ohne ihn posthum zur Heiligenfigur zu stilisieren, kristallisiert sich ein klares Anforderungsprofil heraus.

Leadership-Kultur bedeutet:

  • eine Vision oder zumindest einen Plan zu haben, der über die nächsten drei Monate hinausgeht
  • diese Vision vor allem den eigenen Mitarbeitern zu kommunizieren und keine Geheimprojekte in der eigenen Abteilung zu starten (U-Boote)
  • den Rest der Welt, in unserem Fall den Rest des Unternehmens, für unsere Ideen zu begeistern.

Gerade der letzte Punkt bereitet nun wirklich Kopfzerbrechen, denn dahinter versteckt sich eine recht einfache Arithmetik, mit einer furchtbaren Wahrheit. Jemanden von etwas begeistern kann man nur, wenn man mit ihm redet und das idealerweise aktiv und nicht erst, wenn man danach gefragt wird.

IT – Proaktiv und Kommunikativ?

Diese drei Begriffe werden nicht oft in einem Atemzug genannt und entsprechen so gar nicht dem Klischee des Technikers, des Nerds. TV-Serien wie „The Big Bang Theory“ kultivieren die Nerds und das ist gut so, denn sie sind es, die uns technisch unglaublich voranbringen.

Aber jeder gute Nerd mit einer guten Idee benötigt auch ein Sprachrohr, das ihm beim Verkauf seiner Idee hilft und genau das ist die Stelle, an der Selbstmarketing gefragt ist. Nicht das Selbstmarketing des Nerds, sondern der IT-Abteilung als Ganzes. In jeder dieser Abteilungen schlummern längst vergessene Kommunikationstalente, die darauf warten, wach geküsst zu werden, um ihre Stärken gewinnbringend für die gesamte Wahrnehmung der IT einbringen zu können.

Es gibt viele Beispiele, wie eine IT erfolgreich Selbstmarketing betreiben kann. Die beiden Kernelemente sind, neben einem Plan, „Kommunikationsfähigkeit“ und „Proaktivität“.

Tür auf! Ab auf den Gang, zu den Kollegen, Brust raus, aufrecht gehen, denn Ihre IT macht so viele tolle Dinge und Sie haben so lange zu wenig darüber geredet. Somit sollte es leicht sein, direkt morgen mit den ersten kleinen Leadership-Häppchen zu beginnen und am dringend notwendigen Selbstmarketing zu feilen, bis auch beim letzten Kollegen angekommen ist, wie wertvoll die IT sein kann.

 

* Vgl. Vaske, Heinrich: IT-Abteilungen sind die Treiber der Digitalisierung (Computerwoche, 02.03.2015)

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