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< Beitrag von Robert Renard

Exchange 2016 – ein kurzer Überblick

Im Sommer 2015 will Microsoft eine öffentliche Beta von Exchange 2016 zum Download anbieten. Einige Daten über den Nachfolger von Exchange 2013 sind bereits bekannt. Im Folgenden gebe ich einen kurzen Überblick, was sich mit Exchange 2016 ändert.

Die wichtigsten Änderungen

Die wohl größte Änderung in der Architektur besteht im neuen Rollenkonzept. Eigentlich kann man nicht mehr von Rollen sprechen, denn die Konsolidierung, die bei Exchange 2013 eingesetzt hat, wurde unter Exchange 2016 weiter fortgeführt und endet jetzt darin, dass es nur noch eine einzige Rolle gibt. Hier werden jetzt alle Komponenten von Client Access und Mailbox vereint. Diese Konsolidierung war durchaus absehbar, denn auch unter Exchange 2013 gab es nur selten Szenarien, die eine Rollentrennung erforderlich machten.

Gleichzeitig ist das auch wieder ein weiterer Schritt in Richtung Cloud. Ein simples Rollenkonzept vereinfacht die Installationen und lässt sich in den großen Microsoft-Rechenzentren besser managen. Weiterhin verfolgt Microsoft auch die Strategie, neue Features zuerst in der Cloud anzubieten und erst später in der On-Premises-Version zu integrieren.

MAPI over HTTP ist bei Exchange 2016 standardmäßig aktiv. Das bedeutet, dass nur noch Outlook Clients ab Outlook 2010 (mit Update Dezember 2014) genutzt werden können – oder man deaktiviert dieses Protokoll und setzt wieder auf RPC over HTTP. Praktisch ist, dass sich das gewünschte Protokoll nun auf Benutzerebene einstellen lassen soll. Somit behindern alte Clients nicht gänzlich den Einsatz von MAPI over HTTP. Eine Verbindung über MAPI/CDO ist nicht mehr möglich, entsprechende Anwendungen müssen sich jetzt der Exchange Web Services bedienen.

Auch im Bereich Hochverfügbarkeit wurde weiter optimiert. Die Failover-Zeiten sollen gegenüber Exchange 2013 um bis zu 33% verringert worden sein. Somit dürfte ein Failover für den Endbenutzer kaum noch sichtbar sein. Wie auch in der Vorgängerversion reicht ein Layer 4 Loadbalancer aus.

Gegenüber Exchange 2013 wurden die IOPS nochmals um ca. 22% reduziert. Somit rückt die Verwendung einer teuren SAN weiter in den Hintergrund, JBOD bietet ausreichend Performance. Entlastung auch bei WAN Strecken: Der Index für die Exchange-Suche kann nun auch über eine passive Datenbankkopie am lokalen Standort erfolgen.

Exchange 2016 arbeitet nun noch enger mit SharePoint zusammen. Email-Anhänge können automatisch in SharePoint verfügbar gemacht werden – die Berechtigung wird dabei über Outlook gesetzt. Kein Datengrab mehr in Outlook, sondern eine übersichtliche Ablage auf einem dafür vorgesehenen Server. Eine Ablösung der Public Folder ist weiterhin nicht in Sicht.

Migration auf Exchange 2016

Wer auf Exchange 2016 migrieren möchte, sollte beachten, dass eine Koexistenz erst ab Exchange 2010 SP3 RU11 oder Exchange 2013 CU10 möglich sein wird. Ältere Versionen erfordern eine doppelte Migration. Der Migrationspfad von Exchange 2010 auf Exchange 2016 ist derselbe wie von Exchange 2010 auf Exchange 2013. Es muss also kein „legacy namespace“ verwendet werden. Weiterhin lässt sich Exchange 2016 auch auf dem neuen Windows Server 10 installieren lassen. Dabei muss das Funktionslevel von Domäne und Gesamtstruktur mindestens im Modus 2008 R2 betrieben werden.

Alles in allem klingt die neue Version sehr vielversprechend. Wir werden sie natürlich nach Erscheinen umgehend testen und über die Einzelheiten berichten.

 

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Kategorie: Unified Communication | Schlagwörter: , | Kommentare: 0

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