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< Beitrag von Jens Zange

Ist Statistik für Statisten? – Die Rolle von KPIs

Hermann Josef Abs (1901-1994) hat einmal gesagt:

„Die Statistik ist wie eine Laterne im Hafen. Sie dient dem betrunkenen Seemann mehr zum Halt als zur Erleuchtung.“

Der folgende Artikel gibt einen Einblick, wie schwierig der richtige Umgang mit Zahlen in einem Unternehmen ist und welche Rolle KPIs dabei spielen.

Das Problem mit den Zahlen

Soviel Wahrheit in dem Zitat von Hermann Josef Abs stecken mag, die IT ist dicht bevölkert mit Zahlenliebhabern. Eventuell wurden alle in der Kindheit durch die Sesamstraße beeinflusst und verhalten sich nun selbst wie Graf Zahl: Ständig werden Dinge gezählt und wenn man die Zahl, die man sich wünschte, erreicht hat, dann wird laut aufgelacht, während es im Hintergrund blitzt und donnert.

KPIs, also Key Performance Indicators (Schlüsselkennzahlen), sind wichtig für ein Unternehmen und ebenso wichtig für die Steuerung und Messbarkeit der angebotenen IT Services. Allerdings tendiert die Zahlenverehrung oft ins Absurde, ähnelt dem Glauben an Zauberei einer mesoamerikanischen gefiederten Schlangengestalt. Dem Volksmund nach sind Menschen bereit, an Wesen wie Hobbits, Elfen, Rübezahl und den Werwolf Waldemar zu glauben, wenn sie Angst haben. Offensichtlich sind Zahlen in der Lage, solch eine Angst zu erzeugen.

Anders ist es nicht zu erklären, dass man in Unternehmen immer wieder auf folgende Archetypen trifft, wenn man einen Termin mit dem Statistikguru bzw. dem Verantwortlichen für KPIs hat.

Leidenschaftliche Enthusiasten

Sie sind wie archaische Krieger, die stolz ihren Schild tragen und mit der Rüstung der Wissenschaft ausgestattet wurden, die schon von weitem blinkend zu erkennen ist.

KPIs

Sie greifen nach jeder erdenklichen Zahl, als sei sie ein lebensspendender Tropfen Wasser in der Wüste – besitzen allerdings keinen Sinn für Analytik. Somit verendet der Enthusiasmus in einer Art Sammelwut. Ähnlich wie Sammler von Briefmarken, Kronkorken oder Telefonkarten kann man irgendwann eine beachtliche Sammlung vorweisen, deren Inhalte zumeist aber durch Quantität statt Qualität überzeugen.

Grafikpsychopathen

„Das Auge (m)isst mit“ könnte man in vielen Unternehmen denken.

Grafikpsychopathen

Wenn das Aussehen der KPI Reports wichtiger ist als die KPIs selbst, dann sind wir in einem anderen Paralleluniversum angekommen. Bunte Dashboards in jeglicher Darstellungsoption vernebeln die Sinne und sollen die darunter existierende Realität vergessen machen. Die KPIs werden vom Steuermechanismus in ein Politikum verwandelt, das verschiedene Zwecke erfüllen kann: von der Belohnung alliierter Kollegen, Schwächung von Kontrahenten bis hin zur Untermauerung der eigenen Daseinsberechtigung.

Egal auf welchen dieser beiden Charaktere man trifft:
Ein neugieriger Berater kommt, ein gebrochener Mann zieht von Dannen.

Anders formuliert:
„It doesn’t matter if our KPIs are down, as we picked ones that are arrelevant to our business anyway!

Was also sind KPIs, wann und wieso sind sie sinnvoll?

In dem Moment, in dem ein Unternehmen versteht, dass KPIs zu behandeln sind wie ein chirurgischer Eingriff, gehören oben beschriebene Perversionen der Vergangenheit an. Die Kennzahlen dienen ihrem eigentlichen Zweck, wenn Sie von Profis angelegt werden, welche sich der Komplexität ihrer Aufgabe bewusst sind. Andernfalls sind KPIs so gefährlich wie ein Chirurg, der das falsche Bein amputiert, weil er das falsche Röntgenbild angesehen hat.

Ein Whitepaper, das beim Setup der richtigen KPIs helfen kann, ist ab sofort erhältlich.

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